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Im Dezember wurde im EWSA der Film „Under the Grey Sky“ gezeigt, in dem es um belarussische Journalisten geht, die für ihre Berichterstattung über die politischen Unruhen in ihrem Land einen furchtbaren persönlichen Preis bezahlen.

 

Im Dezember wurde im EWSA der Film „Under the Grey Sky“ gezeigt, in dem es um belarussische Journalisten geht, die für ihre Berichterstattung über die politischen Unruhen in ihrem Land einen furchtbaren persönlichen Preis bezahlen.

In dem Debütspielfilm „Under the Grey Sky“ der belarussisch-polnischen Regisseurin Mara Tamkowitsch wird die herzzerreißende Geschichte von Lena erzählt, einer belarussischen Journalistin, die verhaftet wird, nachdem sie per Livestream das brutale Vorgehen der Regierung gegen friedliche Demonstranten auf dem „Platz des Wandels“ in Minsk übertragen hatte. Es ist das Jahr 2020, und nach manipulierten Wahlen, die zur sechsten Wiederwahl von Aljaksandr Lukaschenka führen, kommt es in Belarus zu einer beispiellosen Protestwelle.

Lena und ihre Kamerafrau Olja werden verhaftet, nachdem sie die Proteste weiter filmen, obwohl sie von einer Polizeidrohne aufgespürt wurden. In einer kafkaesk absurden Wendung der Handlung wird Lena zunächst der „Anstiftung von Unruhen“ und der „Störung des öffentlichen Verkehrs“ beschuldigt, um dann schließlich wegen Hochverrat angeklagt zu werden. Aus der zunächst vorgesehenen siebentägigen Verwaltungshaftstrafe wird nach einem geheimem Gerichtsverfahren eine Verurteilung zu acht Jahren Haft. Ihre Kollegin bekommt zwei Jahre. Lenas Ehemann Ihar, der selbst von der Polizei des Regimes schikaniert wird, setzt verzweifelt alles daran, sie frei zu bekommen und versucht sogar, Lena zu überreden, sich im Austausch gegen ihre Freiheit schuldig zu bekennen, was für Lena jedoch inakzeptabel ist.

Der Film ist an die wahre Geschichte der belarussischen Belsat-TV-Journalistin Kazjaryna Andreewa, ihres Ehemanns Ihar Iljasch und ihrer Kollegin Darja Tschulzowa angelehnt. Während Darja ihre zweijährige Haftstrafe abgesessen hat, sind Kazjaryna, die eine verlängerte Haftstrafe von acht Jahren und drei Monaten verbüßt, und Ihar noch inhaftiert. Und sie sind bei Weitem nicht die Einzigen: Nach Angaben des Belarussischen Journalistenverbands befanden sich Ende 2024 immer noch 45 Medienschaffende hinter Gittern. Viele werden auch nach ihrer Flucht ins Ausland weiter unter Druck gesetzt.

Die Weltpremiere des Films fand im Juni 2024 beim Tribeca-Filmfestival in New York statt.

Am 13. Dezember wurde „Under the Grey Sky“ im Rahmen eines Seminars über die Bedeutung unabhängiger belarussischer Medien für die Förderung einer widerstandsfähigen und demokratischeren Gesellschaft im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) gezeigt. Bei der Vorführung war auch Mara Tamkowitsch zugegen.

EWSA info sprach mit Mara Tamkowitsch über den Film:

Wie realistisch spiegelt der Film die wirklichen Begebenheiten und das wahre Schicksal von Kazjaryna Andreewa wider? Haben Sie echtes Bildmaterial der Proteste von 2020 und rund um den Fall von Kazjaryna Andreewa verwendet?

In dem Film werden mehrfach echte Aufnahmen verwertet. Die Proteste, die zu Beginn des Films von den Darstellern übertragen werden, wurden tatsächlich von Kazjaryna Andreewa und Darja Tschulzowa gefilmt; wir haben das echte Bildmaterial in die Spielfilmszene eingefügt. Die Szene der Verhaftung von Raman Bandarenka, die die Darsteller auf ihrem Laptop verfolgen, beruht ebenfalls auf Realaufnahmen. (Anm. d. Red.: Der Aktivist Raman Bandarenka wurde von maskierten Männern zu Tode geprügelt, nachdem er versucht hatte, sie vom Zerschneiden weiß-rot-weißer Bänder abzuhalten, die als Symbol für die belarussische Flagge vor der Besatzung durch die Sowjetunion stehen.) Am Ende des Films zeige ich als eine Art Epilog einen Zusammenschnitt von Kazjarynas Livestream der Proteste.

Die grundlegende Handlung hat einen starken Bezug zur Realität: Die Darstellung der Verhaftung und Verfolgung der Journalistinnen und die Strafen, die ihnen auferlegt wurden, entsprechen den wahren Begebenheiten. Mein Ziel war es jedoch nicht, die Ereignisse exakt wiederzugeben, sondern reell greifbar zu machen, welche Gefühle mit den schmerzhaften Entscheidungen verbunden waren, die die Menschen treffen mussten. Die Figuren im Film haben andere Namen, um eine gewisse Distanz zwischen ihnen und ihren realen Vorbildern zu schaffen. Den Zuschauern soll aber auch verdeutlicht werden, dass es sich um eine Geschichte von vielen als Metapher für das Schicksal der ganzen Nation handelt. 

Weiß die breite Öffentlichkeit in Belarus darüber Bescheid, was mit Kazjaryna Andreewa und anderen Journalisten wie ihr geschehen ist? Wissen Sie, wie viele Menschen das gleiche oder ein ähnliches Schicksal wie sie erlitten haben?

In Belarus finden politische Verhaftungen und Repressionen in so großem Umfang statt, dass es schwierig ist, die Augen davor zu verschließen. Mindestens 130 000 Menschen sind auf verschiedene Weise Opfer von Repressionen geworden, und rund 500 000 Menschen haben das Land nach 2020 verlassen. Das Ausmaß der Unterdrückung ist zu massiv, um verborgen bleiben zu können.

Die offizielle Zahl der politischen Gefangenen (die wegen strafrechtlicher Vorwürfe angeklagt oder verurteilt wurden) liegt in Belarus seit mehreren Jahren konstant bei etwa 1 300 Personen. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass Hunderte, wenn nicht gar Tausende ihre Strafen bereits verbüßt haben, einige vorzeitig frei gelassen wurden und viele neu Verurteilte davor zurückschrecken, den Status politischer Gefangenschaft zu beanspruchen. Es ist eine Kette der Unterdrückung, die ständig in Bewegung ist und bei der frei gelassene Gefangene ständig durch neue ersetzt werden. 

Was war Ihr wichtigster Beweggrund für diesen Film? Was hoffen Sie damit zu erreichen?

Als das belarussische Regime die Proteste 2020 brutal niederschlug, musste ich als Belarussin etwas tun. Da ich früher selbst Journalistin war, konnte ich mich sehr gut in die Perspektive meiner Charaktere hineinversetzen. Als Filmemacherin musste ich diese vielsagende und tief bewegende Geschichte einfach erzählen. 

Welche Hauptbotschaft oder welches Gefühl möchten Sie den Zuschauern mit Ihrem Film vermitteln?

Ich hoffe sehr, dass er die Menschen ein bisschen zum Nachdenken darüber anregt, was Freiheit eigentlich ist, wie hoch ihr Preis sein kann und ob die Menschen auch wirklich schätzen, was sie haben. Ich hoffe, dass ihre Gedanken bei Kazja und Ihar und all denen sein werden, die hinter Gittern sind, denn Freiheit wird von vielen Menschen hier in Europa für selbstverständlich gehalten. 

Was sollte die EU – ihre Organe und Einrichtungen, die Zivilgesellschaft, Journalisten- und Menschenrechtsverbände und die nationalen Regierungen – tun, um zu helfen?

Ich fordere die EU inständig auf, Belarus nicht zu vergessen und nicht als hoffnungslosen Fall abzuschreiben. Die Unterstützung durch die EU ist überlebenswichtig für unsere Kultur, unsere Medien und unsere Zivilgesellschaft, die unter enormem Druck stehen. Dieses Engagement wird zwar einen langen Atem erfordern, aber lohnend sein.

 

Als institutioneller Partner der Zivilgesellschaft freut sich der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA), seine zweite Woche der Zivilgesellschaft auszurichten. 

Als institutioneller Partner der Zivilgesellschaft freut sich der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA), seine zweite Woche der Zivilgesellschaft auszurichten. 

Die viertägige Veranstaltung, in deren Rahmen die EWSA-Kontaktgruppe „Europäische Organisationen und Netze der Zivilgesellschaft“ Sitzungen und Workshops organisiert, steht unter dem Motto „Stärkung des Zusammenhalts und der Beteiligung in polarisierten Gesellschaften“. Zu den Höhepunkten zählen außerdem der Tag der Europäischen Bürgerinitiative, die Verleihung des Preises der Zivilgesellschaft und Beiträge von nationalen Wirtschafts- und Sozialräten, Jugendvertreterinnen und -vertretern, Journalistinnen und Journalisten sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Bewerberländern.

Anmeldungen sind ab Februar 2025 möglich. Näheres folgt in Kürze auf der Website #CivSocWeek und in den sozialen Medien.  Bleiben Sie dran!

von Stefano Mallia, Vorsitzender der Gruppe Arbeitgeber

„Das Potenzial der Wettbewerbsfähigkeit für gemeinsamen Wohlstand erschließen“ ist das wichtigste Ziel im Rahmen der neuen Prioritäten unserer Gruppe.

von Stefano Mallia, Vorsitzender der Gruppe Arbeitgeber

„Das Potenzial der Wettbewerbsfähigkeit für gemeinsamen Wohlstand erschließen“ ist das wichtigste Ziel im Rahmen der neuen Prioritäten unserer Gruppe.

Angesichts der derzeitigen globalen Herausforderungen müssen die Wettbewerbsfähigkeit und die Schaffung eines unternehmensfreundlichen Umfelds ganz oben auf der politischen Agenda stehen und durch konkrete politische Maßnahmen gestützt werden.

In einer unternehmensfreundlichen EU beruht die Wettbewerbsfähigkeit nicht auf Subventionen oder Protektionismus, sondern auf Exzellenz und einem soliden Wettbewerb – und die Unternehmen haben einen wettbewerbsorientierten Zugang zu allen erforderlichen Produktionsressourcen. Eine unternehmensfreundliche EU bedeutet auch eine Regulierung, die den Unternehmen und der Produktivität förderlich ist, den Verwaltungsaufwand so gering wie möglich hält und für einen voll funktionsfähigen Binnenmarkt sorgt. Darüber hinaus ist ein stabiles Vertrauen zwischen Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern entscheidend, um Investitionen anzuziehen. Außerdem müssen die Interessen der EU-Unternehmen gegenüber internationalen Wettbewerbern gewahrt werden.


Deshalb fordern wir als oberste Priorität einen Katalog mit zehn unternehmensfreundlichen Maßnahmen:

  1. Eine radikale Reform des Konzepts der Regulierung
  2. Produktive Innovationssysteme mit Schwerpunkt auf Investitionen und Innovation
  3. Hohe technologische Kapazität in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und ökologischer Wandel sowie Unterstützung von Technologie-Start-ups
  4. Eine starke industrielle Basis
  5. Integrierte Finanzmärkte durch den Ausbau der Kapitalmarktunion und der Bankenunion
  6. Angemessenen Zugang zu Beschäftigung und Arbeitskräften
  7. Effiziente Energie- und Verkehrssysteme
  8. Gleiche Handelsbedingungen
  9. Einen grünen Wandel, der die Wirtschaft im Blick hat
  10. Effizienten Einsatz öffentlicher Mittel

Diese Maßnahmen sind unabdingbar, wenn wir von den positiven Auswirkungen wettbewerbsfähiger Unternehmen auf eine robuste Wirtschaft und einer weltweit einflussreichen EU profitieren wollen.

Die Berichte von Letta und Draghi waren ein Weckruf: Entweder stellt die EU ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder her, oder sie muss in Bezug auf Wohlstand, Umweltstandards und Grundfreiheiten erhebliche Abstriche machen,

was wir unbedingt vermeiden müssen.

Für die diesjährige Jugendplenartagung „Your Europe, Your Say“ (YEYS) sind beim EWSA Hunderte von Bewerbungen von Sekundarschulen in der gesamten EU, den Kandidatenländern und dem Vereinigten Königreich eingegangen. 

Für die diesjährige Jugendplenartagung „Your Europe, Your Say“ (YEYS) sind beim EWSA Hunderte von Bewerbungen von Sekundarschulen in der gesamten EU, den Kandidatenländern und dem Vereinigten Königreich eingegangen.

Das YEYS-Team hat nach einer sorgfältigen Prüfung und Bewertung aller Bewerbungen 36 Sekundarschulen ausgewählt, die am 13./14. März an YEYS 2025 teilnehmen werden.

Zu YEYS, der wichtigsten jährlichen Jugendveranstaltung des EWSA, werden dieses Jahr fast 100 Schülerinnen und Schüler sowie 37 Lehrkräfte anreisen. Im Mittelpunkt von YEYS steht – entsprechend dem diesjährigen Thema „Jungen Menschen eine Stimme geben“ – die Rolle der Jugend bei der Gestaltung einer widerstandsfähigen Zukunft. Die Jugendlichen sollen lernen, wie sie zivilgesellschaftlich tätig werden und zu Aktivitäten der partizipativen Demokratie sowohl in ihren Gemeinden als auch darüber hinaus aktiv beitragen können.

Während der EWSA sich auf die YEYS vorbereitet, werden eine Reihe von EWSA-Mitgliedern Anfang 2025 die ausgewählten Schulen besuchen, um im Vorfeld der Hauptveranstaltung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.

Die Eröffnungs- und Abschlusssitzungen am 14. März 2025 werden live übertragen. Der Link wird im EWSA-Internetportal auf der offiziellen Website von Your Europe, Your Say! 2025 | EWSA angezeigt, wo Sie auch weitere Informationen und Updates zu der Veranstaltung finden können.

Am 23. Januar wird im EWSA der für den LUX-Publikumspreis 2025 nominierte Film „Flow“ gezeigt.

Am 23. Januar wird im EWSA der für den LUX-Publikumspreis 2025 nominierte Film „Flow“ gezeigt.

Dieser von Kritikern gefeierte Animationsfilm des lettischen Regisseurs Gints Zilbalodis ist eine lettisch-französisch-belgische Koproduktion. Der Film erfreut sich weltweiter Anerkennung und wurde mit dem Golden Globe für den besten Animationsfilm sowie mit weiteren wichtigen Preisen, etwa im Rahmen des Internationalen Animationsfilmfestivals von Annecy, der New York Film Critics Circle Awards und der Europäischen Filmpreise, ausgezeichnet.

Er handelt von einem Kater, der sintflutartige Überschwemmungen überlebt. Auf dem Boot, auf das er sich retten konnte, muss sich der Einzelgänger jetzt mit anderen Tieren zusammentun.

Die Veranstaltung ist Teil der laufenden Filmvorführungsreihe im EWSA, die gemeinsam mit dem LUX-Publikumspreis des Europäischen Parlaments organisiert wird, um die kulturelle Vielfalt und den Dialog über aktuelle gesellschaftliche Themen zu fördern.

Die jüngste Ausgabe des bekannten Europäischen Demokratiepasses des EWSA ist da und wird momentan überall in Europa in Tausenden von Exemplaren verbreitet. Vielleicht fragen Sie sich, ob es den Europäischen Demokratiepass auch in elektronischer Form gibt. Aber ja! 

Die jüngste Ausgabe des bekannten Europäischen Demokratiepasses des EWSA ist da und wird momentan überall in Europa in Tausenden von Exemplaren verbreitet. Vielleicht fragen Sie sich, ob es den Europäischen Demokratiepass auch in elektronischer Form gibt. Aber ja! 

Die interaktive Online-Version mit Videos, Quizaufgaben, Karten und vielem mehr ist bereits in 13 Sprachen verfügbar, und weitere Sprachfassungen sind derzeit in Vorbereitung! Schauen Sie doch einmal hinein und entdecken Sie, wie Sie wirklich etwas bewirken können! 

Die Gründer und die derzeitigen Mitglieder der Kontaktgruppe des EWSA fordern anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Gruppe intensive Maßnahmen zur Verteidigung der europäischen Demokratie, eines offenen öffentlichen Raums und eines gerechten Europas.

Die Gründer und die derzeitigen Mitglieder der Kontaktgruppe des EWSA fordern anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Gruppe intensive Maßnahmen zur Verteidigung der europäischen Demokratie, eines offenen öffentlichen Raums und eines gerechten Europas.

Am 11. Dezember feierte der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) das 20-jährige Bestehen seiner Kontaktgruppe „Europäische Organisationen und Netze der Zivilgesellschaft“, des einzigen ständigen Gremiums für den politischen Dialog und die strukturierte Zusammenarbeit zwischen den Organisationen der Zivilgesellschaft und den EU-Institutionen. In den zwei Jahrzehnten ihres Bestehens hat die Kontaktgruppe erheblich dazu beigetragen, der Stimme der organisierten Zivilgesellschaft mehr Gehör zu verschaffen und ihre Anliegen auf die EU-Agenda zu bringen. In Übereinstimmung mit den in Artikel 11 des Vertrags verankerten Grundsätzen gehören der Gruppe 45 auf europäischer Ebene aktive Netze der Zivilgesellschaft an.

„Mit den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der EWSA-Kontaktgruppe würdigen wir nicht nur ihre bemerkenswerten Erfolge, sondern auch die dauerhaften Partnerschaften, die die partizipative Demokratie in Europa geprägt haben. Über zwei Jahrzehnte hinweg hat sich die Kontaktgruppe zu einer dynamischen Plattform entwickelt, mit der die Stimmen der Zivilgesellschaft gestärkt werden und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessenträgern gefördert wird. Mit Blick auf die Zukunft sollten wir weiterhin mit vereinten Kräften darauf hinwirken, die demokratischen Werte zu stärken, den zivilgesellschaftlichen Raum zu erweitern und ein Europa zu schaffen, das wirklich im Dienste all seiner Bürgerinnen und Bürgern steht“, machte EWSA-Präsident Oliver Röpke in seiner Eröffnungsansprache deutlich.

„Unser Weg war nicht leicht“, erklärte die Ko-Vorsitzende der Kontaktgruppe, Brikena Xhomaqi. „Aber wir haben gelernt, uns gegenseitig zu vertrauen. Und ich hoffe, dass es uns gelingen wird, unsere Zusammenarbeit zu intensivieren und gemeinsam für eine kohärente europäische Strategie für die Zivilgesellschaft einzutreten.“

In ihrem Redebeitrag verdeutlichte Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments mit Zuständigkeit für die Beziehungen zu den Organisationen der Zivilgesellschaft: „Als Europäisches Parlament sind wir bereit, unsere Zusammenarbeit mit der Kontaktgruppe zu vertiefen. Die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen muss weiter strukturiert werden.  Gemeinsam müssen wir den Bedrohungen für die Demokratie in der Europäischen Union, die größer sind als je zuvor in der Geschichte der EU, noch entschlossener entgegenwirken.“ Und in Bezug auf die Kontaktgruppe fügte sie hinzu: „Wenn es sie nicht schon gäbe, müsste man sie einrichten.“

An der lebhaften Veranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Kontaktgruppe nahmen mehr als hundert geladene Gäste teil, darunter verschiedene wichtige Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft sowie im Einklang mit den Bemühungen des EWSA zur Einbindung von Vertretern der EU-Bewerberländer in seine Arbeit auch Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Serbien und Moldau. Zu den Teilnehmern zählten außerdem vier ehemalige EWSA-Präsidenten: Staffan Nilsson, Henri Malosse, Luca Jahier und George Dassis. Luca Jahier betonte, dass es in der Verantwortung des EWSA liege, eine Plattform für den zivilen Dialog einzurichten und zu pflegen, während George Dassis erklärte: „Das Wichtigste ist der Frieden, und um Frieden zu erreichen, müssen wir stark sein und zusammenhalten.“

Sie konnten nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen? Auf der Veranstaltungsseite finden Sie die Videoaufzeichnung, die gemeinsame Erklärung des Vorsitzes der Kontaktgruppe, ein Video mit den Höhepunkten, Fotos und eine Pressemitteilung.  (lm)

Die neueste Veröffentlichung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses umfasst elf kurze Berichte über seine jüngsten Erfolge.

Die neueste Veröffentlichung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses umfasst elf kurze Berichte über seine jüngsten Erfolge.

Darin erfahren Sie, wie der EWSA sich dafür eingesetzt hat, dass wichtige wirtschaftliche und soziale Themen, die von den Sozialpartnern und der Zivilgesellschaft vorgebracht wurden, auf europäischer Ebene erörtert und behandelt werden.

Zudem zeigen die Berichte, wie der EWSA durch seine beratende Arbeit Einfluss auf die EU-Rechtsvorschriften nimmt und deren ordnungsgemäße Umsetzung überwacht.

Auf unserer Website können Sie die elf Berichte nachlesen bzw. herunterladen: Recent EESC achievements | EESC.

Papierfassungen in englischer oder französischer Sprache können Sie per E-Mail an vipcese@eesc.europa.eu anfordern.

Wirksame Kommunikation ist für die EU lebenswichtig, insbesondere jetzt in Zeiten grassierender Desinformation, des rasanten Aufstiegs der KI und einer Zunahme autoritärer Tendenzen. Wenn die Kommunikation über die EU bei allen ankommen soll, muss sie vor Ort stattfinden.

Wirksame Kommunikation ist für die EU lebenswichtig, insbesondere jetzt in Zeiten grassierender Desinformation, des rasanten Aufstiegs der KI und einer Zunahme autoritärer Tendenzen. Wenn die Kommunikation über die EU bei allen ankommen soll, muss sie vor Ort stattfinden.

In seinem neuen Buch Rebranding Europe setzt sich der Kommunikationsstratege und Autor Stavros Papagianneas kritisch mit der Rolle der EU auf der Weltbühne auseinander. Europa steht angesichts der russischen Aggression gegen die Ukraine, die nun ins dritte Jahr geht, des Krieges im Nahen Osten und einer Reihe geopolitischer und wirtschaftlicher Herausforderungen am Scheideweg.

Vorgestellt wurde sein Buch am 3. Dezember im Brüsseler Residence Palace im Beisein von EWSA-Vizepräsident für Kommunikation Laurenţiu Plosceanu, der an einer Debatte teilnahm, in der es um den Stand Europas in einem turbulenten globalen Umfeld und die Tatsache ging, dass die EU ihre Werte wirksam vermitteln muss.

„Dies ist ein entscheidender Zeitpunkt für die EU. Um ihre Zukunft zu sichern, muss sie ihren Bürgerinnen und Bürgern und weltweit eine klare und überzeugende Vision vermitteln. Hierbei geht es nicht um Politik, sondern um Vertrauen, Identität und gemeinsame Ziele“, so Stavros Papagianneas.

Im Laufe der Debatte wurde betont, dass eine wirksame Kommunikation kein Luxus, sondern für das Überleben der EU unbedingt notwendig ist, gerade jetzt in Zeiten von Desinformation, KI und zunehmendem Autoritarismus. Europa muss bei der Förderung von Demokratie und Menschenrechten vorangehen. „Die Medien spielen bei der Gestaltung des öffentlichen Raums in Europa eine entscheidende Rolle,“ so der Chefredakteur des „EU Reporter“ und Moderator der Diskussion, Colin Stevens: „Wir, die Medien, müssen immer wieder vermitteln, dass Europa uns alle angeht, und zwar jeden Tag aufs Neue.“

Die Fachleute sind sich einig, dass es vor allem mit dem Aufkommen von KI sehr schwierig ist, das Übel der Falschinformationen an der Wurzel zu packen. Die wirksamste Gegenmaßnahme besteht darin, alles dafür zu tun, dass die Bevölkerung gegen Fake News resistent wird.

Plosceanu erklärte, dass „man den Menschen jetzt mehr zuhören muss, anstatt auf sie einzureden. Sie wollen stärker einbezogen und beteiligt werden.“ Er betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit mit der regionalen Presse ist, und forderte die EU-Institutionen auf, Partnerschaften mit regionalen Medien einzugehen und regionale Presseleute nach Brüssel einzuladen. Abschließend fordert er, dass Europa auf lokaler Ebene, an der Basis, ansetzt.

Der großen Mehrheit der Europäerinnen und Europäer gehe es zunächst um die lokale, dann um die regionale und danach um die nationale Ebene, bevor sie überhaupt an die europäische Ebene denken. Diese Tatsache müsse bei der Kommunikation über Europa berücksichtigt werden, weshalb die Narrative, mit denen die Menschen erreicht werden sollen, lokal, regional und national verankert sein müssten. (mt)

2025 obliegt es uns gemeinsam, Europa stärker zu machen

Zu Beginn des Jahres 2025 übernimmt Polen den Vorsitz im Rat der Europäischen Union und führt uns vor Augen, dass die komplexen Herausforderungen, die die Gegenwart und die Zukunft Europas prägen, dringend und entschlossen angegangen werden müssen. Als übergeordnetes Thema wurde die Sicherheit gewählt, und Polens Regierung verspricht, uns durch ein Jahr zu führen, das für die Resilienz, den Zusammenhalt und den Fortschritt der EU von entscheidender Bedeutung sein wird.

2025 obliegt es uns gemeinsam, Europa stärker zu machen

Zu Beginn des Jahres 2025 übernimmt Polen den Vorsitz im Rat der Europäischen Union und führt uns vor Augen, dass die komplexen Herausforderungen, die die Gegenwart und die Zukunft Europas prägen, dringend und entschlossen angegangen werden müssen. Als übergeordnetes Thema wurde die Sicherheit gewählt, und Polens Regierung verspricht, uns durch ein Jahr zu führen, das für die Resilienz, den Zusammenhalt und den Fortschritt der EU von entscheidender Bedeutung sein wird.

Die Prioritäten des polnischen Vorsitzes spiegeln einen umfassenden Ansatz für Sicherheit in ihren vielen verschiedenen Dimensionen wider. Wesentlich für die innere Sicherheit mit Schwerpunkt auf dem Schutz der Grenzen und der Bekämpfung von Desinformation ist Wachsamkeit in Bezug auf neu auftretende Bedrohungen. Bei der äußeren Sicherheit werden die Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten und die Innovationsförderung im Mittelpunkt stehen. Außerdem sollen die Anstrengungen im Hinblick auf die Erweiterung beschleunigt werden, um Stabilität in unserer Nachbarschaft zu gewährleisten. Die Sicherheit in den Bereichen Wirtschaft, Energie, Ernährung und Gesundheit wird indessen weiterhin von zentraler Bedeutung sein, wenn es darum geht, die Unabhängigkeit Europas und das Wohlergehen seiner Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.

Wir im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) sind bereit, die Agenda des Ratsvorsitzes mit voller Kraft zu unterstützen und unsere einzigartige Rolle als Stimme der Zivilgesellschaft einzubringen. Der EWSA wird sich aktiv an der Debatte darüber beteiligen, wie die Wettbewerbsfähigkeit Europas geschützt und gleichzeitig sichergestellt werden kann, dass beim Wandel – ob digitaler, ökologischer oder wirtschaftlicher Art – niemand zurückgelassen wird.

Dieses Jahr steht auch im Zeichen eines politischen Neuanfangs mit dem Beginn der Amtszeit einer neuen Europäischen Kommission. Dies bietet erneut die Gelegenheit, politische Rahmenbedingungen zu gestalten und Initiativen umzusetzen, die den Erwartungen der europäischen Bürgerinnen und Bürger entsprechen. Der EWSA wird seinen Beitrag leisten und sich dafür einsetzen, dass die Perspektiven der Zivilgesellschaft und der Sozialpartner im Mittelpunkt der Beschlussfassung der EU stehen.

Zu Beginn des neuen Jahres werden wir an unsere gemeinsame Verantwortung für den Aufbau eines stärkeren und inklusiveren Europas erinnert. Der EWSA wird sich weiterhin für Rechtsstaatlichkeit, nachhaltige Entwicklung und sozialen Zusammenhalt einsetzen und dafür sorgen, dass die Beiträge der Zivilgesellschaft die Prioritäten der Agenda der EU prägen. Gemeinsam mit dem polnischen Ratsvorsitz werden wir daran arbeiten, die dringenden Herausforderungen von heute zu bewältigen und gleichzeitig den Weg für ein sicheres, wettbewerbsfähiges und geeintes Europa für künftige Generationen zu ebnen.

Oliver Röpke

Präsident des EWSA