Schluss mit der paternalistische Medienberichterstattung über Menschen mit Behinderungen!

Angesichts der oftmals eindimensionalen oder auch mitleidigen und auf Vorurteilen und falschen Vorstellungen beruhenden Darstellung von Menschen mit Behinderungen und mit Blick auf das nach wie vor unzureichende Angebot an vollständig barrierefreien Informations- und Unterhaltungsprogrammen sind die europäischen Medien derzeit noch weit von einer tatsachengetreuen und inklusiven Kommunikation über das Thema Behinderung entfernt.

Die Schlüsselrolle, die den Medien bei der Sensibilisierung für die Rechte von Menschen mit Behinderungen und der Bekämpfung der in Europa noch immer weit verbreiteten gesellschaftlichen Stigmatisierung und Vorurteile gegenüber dieser Bevölkerungsgruppe zukommt, war das Hauptthema der Anhörung „Die Rechte von Menschen mit Behinderungen vermitteln“, die am 28. Juni im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) in Brüssel stattfand.

„Die Kommunikation über Rechte von Menschen mit Behinderungen sollte als Teil einer umfassenderen Fragestellung betrachtet werden: Wie bilden wir die Vielfalt in unserer Gesellschaft insgesamt ab? Dies ist das Herzstück unserer demokratischen Werte und wird eine der wichtigsten Fragen der kommenden Jahre sein“, so EWSA-Mitglied Ioannis Vardakastanis bei der Eröffnung der Veranstaltung.

An der Anhörung nahmen EWSA-Mitglieder und Vertreter einer Reihe von NGO teil, die Menschen mit Behinderungen unterstützen. Außerdem vertreten waren die Union der europäischen Rundfunkorganisationen (EBU) und das Institut für Medienvielfalt (MDI), eine Organisation, die die Medienlandschaft kritisch beobachtet und sich für eine verantwortungsvolle Berichterstattung zum Thema „Vielfalt“ einsetzt. (ll)