Das „Netz der Netze“ der europäischen Kreislaufwirtschaft will den Kreislauf schließen

Am zweiten Tag der Konferenz der Interessenträger der Kreislaufwirtschaft, die am 7. März 2019 im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss stattfand, nahmen mehr als 350 Akteure der Kreislaufwirtschaft aus ganz Europa teil, um positive Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Herausforderungen zu erörtern.

EWSA-Mitglied Cillian Lohan forderte die Teilnehmer zum Nachdenken über eine zentrale Frage für die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft auf: Wer soll den Wandel anstoßen? Von wem sollte der erste Impuls ausgehen: von den Verbrauchern, den Unternehmen oder den politischen Entscheidungsträgern?

„Meiner Ansicht nach kann den Verbrauchern nicht die Verantwortung aufgebürdet werden, den ersten Schritt zur Veränderung zu tun“, erklärte Lohan und betonte weiter: „Das Umfeld, in dem die Verbraucher erschwingliche und zugängliche Wahlmöglichkeiten haben, um nachhaltige Entscheidungen im Sinne der Kreislaufwirtschaft treffen zu können, wird erst durch einen Wandel der Geschäftspraktiken, flankiert durch politische Veränderungen und entsprechende Infrastrukturen, geschaffen.“

Ladeja Godina Košir, Vorsitzende der Europäischen Plattform der Interessenträger für die Kreislaufwirtschaft, forderte die Teilnehmer auf, die Plattform bestmöglich als Unterstützungsnetz für die Lösung von Problemen im Zusammenhang mit ihrem Kreislaufwirtschaftsprojekt zu nutzen. Ihre klare Botschaft lautete: „Wir verstehen uns als ‚Netz der Netze‘, das allen offensteht.“

Joanna Drake, stellvertretende Direktorin der GD Umwelt, erklärte, wie wichtig die Einbeziehung der Interessenträger in die Initiativen der Europäischen Kommission zur Kreislaufwirtschaft ist: „Ihr Erfolg beruht u. a. auf einem basisgestützten Ansatz, bei dem auf die Teilhabe der Interessenträger im Wege von Zusammenarbeit, Plattformen, Austausch bewährter Verfahren und freiwilligen unternehmerischen Konzepten gesetzt wird.“

Die Debatten fanden im Rahmen von acht interaktiven Workshops zu den folgenden Schwerpunktthemen statt:

  • Bestandsaufnahme der Kreislaufwirtschaftsstrategien in Europa
  • Consumer Insights – Einblicke in das Verbraucherverhalten – für die Kreislaufwirtschaft
  • Die soziale Dimension der Kreislaufwirtschaft
  • Kreislauffähige Städte für Klimaschutz
  • Kreislauforientiertes Beschaffungswesen
  • Instrumente zur Messung des Übergangs zur Kreislaufwirtschaft
  • Kreative Innovationen für eine Kreislaufwirtschaft
  • Kreislauffähige Öko-Dörfer für die ländliche Entwicklung

Zum Abschluss des Tages wurde die Fotoausstellung „Kindred Spirits“ eröffnet.

Des Weiteren hörten die Teilnehmer eine mitreißende und unkonventionelle Ansprache von Rieta Aliredjo, Vorsitzende der Stiftung Stars Are Circular, die mit Ideen aufwartete, wie die nächsten Wegpunkte der Kreislaufwirtschaft angesteuert werden können – und zwar mit einer guten Portion Neugier, Informiertheit, Freigebigkeit und Verspieltheit!

Die Ergebnisse der einzelnen Workshops finden Sie hier. (dm)