EU muss internationale Rolle der einheitlichen Währung stärken

Das Potenzial des Euro als internationale Währung lässt sich nur dann voll ausschöpfen, wenn eine solide makroökonomische Politik in der EU verfolgt, die WWU vertieft und die Bankenunion sowie die Kapitalmarktunion vollendet werden. Benötigt wird jedoch vor allem gegenseitiges Vertrauen und eine gemeinsame Vision der Mitgliedstaaten für die Zukunft der europäischen Wirtschaft. Dies waren die wichtigsten Schlussfolgerungen einer Anhörung zum Thema Stärkung der internationalen Rolle des Euro, die vor kurzem im EWSA stattfand.

Eine stärkere Rolle des Euro würde zu niedrigeren Transaktionskosten führen und die Risiken für die europäische Wirtschaft und die Verbraucher verringern. Europa würde hiermit seinen Einfluss in der Welt ausbauen und seine Eigenständigkeit unterstreichen. Die Redner der Anhörung waren der Ansicht, dass sich eine Stärkung der Rolle des Euro in der Welt auch deswegen aufdrängt, weil der US-Dollar als derzeit weltweit führende Währung in den letzten Jahren zunehmend politisch instrumentalisiert wurde. In diesem Sinne hat der Euro das Potenzial, zum Aufbau eines multipolaren und widerstandsfähigeren internationalen Finanzsystems beizutragen.

Die Redner begrüßten die Initiative der Kommission zur Stärkung des Euro im Großen und Ganzen, äußerten sich jedoch kritisch zu ihrer möglichen Reichweite. So sei der US-Dollar aufgrund seiner Markttiefe und Liquidität auf den Märkten stark vertreten und werde dies auch bleiben. Auf EU-Ebene böte die Kapitalmarktunion genug Potenzial zur Entwicklung und Integration des Kapitalmarktes, was für die internationale Rolle des Euro von großer Bedeutung wäre.

Als weitere unabdingbare Voraussetzungen für eine starke Rolle des Euro nannten die Redner eine wirtschaftliche Aufwärtskonvergenz, besseren sozialen Zusammenhalt, eine aktivere europäische Diplomatie in internationalen Foren und eine gemeinsame europäische Vision für bestimmte strategische Fragen, ebenso wie eine wirksame Reaktion des europäischen Finanzsystems auf den industriellen und klimatischen Wandel.

Die Anhörung bildet einen wertvollen Beitrag zu den Arbeiten für die Stellungnahme des EWSA zur Mitteilung der Europäischen Kommission zum Thema Hin zu einer stärkeren internationalen Rolle des Euro. (jk)