EWSA und #EUcivilsociety beraten gemeinsam über das Europa von morgen: „Wir kämpfen für die Zukunft von uns allen‟, so die 16jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg

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Civil society for rEUnaissance

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) erörterte, welch wichtige Rolle die organisierte Zivilgesellschaft für Europas Zukunft übernehmen muss. Bei einer Veranstaltung am 21. Februar 2019 – etwas mehr als 90 Tage vor der Europawahl – kamen Spitzenvertreter der EU-Organe und von Organisationen der Zivilgesellschaft aus der ganzen EU zusammen.

EWSA-Präsident Luca Jahier verwies auf zunehmende Europaskepsis, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Europa. Die Demokratie werde bedroht und die europäischen Werte würden infrage gestellt. Er erklärte: „Wir dürfen nicht einfach aufgeben, sondern wir müssen eine mutige Vision haben und mutig handeln! Von der Agenda 2030 profitieren wir alle. Sie ist das Ergebnis unser aller Bemühungen und der Wirtschafts- und Gesellschaftsvertrag für das 21. Jahrhundert.“ Dem EWSA kommt eine wichtige Aufgabe zu: „Wir geben Tausenden von Gesichtern von ‚Europa am Werk‘ eine Stimme, und wir müssen dafür sorgen, dass dieser Dialog niemals gefährdet wird. Das Schlimmste, was wir tun könnten, wäre den Mund zu halten. Stattdessen müssen wir den konstruktiven Kräften eine Plattform geben. Egal was es kostet: Wir wagen ein nachhaltiges Europa!“

„Wir müssen die Biosphäre, die Luft, die Meere, die Böden und die Wälder schützen!“ erklärte die 16jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, deren eindeutige Botschaft lautete, dass wir JETZT etwas gegen den Klimawandel unternehmen müssen. „Unsere politischen Entscheidungsträger haben durch Leugnen und Abwarten Jahrzehnte vergeudet. Wir brauchen nicht nur eine neue Politik, sondern auch eine vollkommen neue Denkweise. Unser politisches System ist ein einziger Machtkampf, in dem jeder betrügt, weil es nur um Macht geht. Das muss sich ändern! Wir wollen nur, dass die Politiker den Wissenschaftlern zuhören.“ Unter Hinweis auf Daten aus den jüngsten Berichten der Vereinten Nationen warnte sie davor, dass unser Planet in ca. 11 Jahren irreversibel beschädigt sein wird. „Wir kämpfen nicht nur für die Zukunft der jungen Generationen, wir kämpfen für die Zukunft von uns allen. Wir haben angefangen aufzuräumen und hören nicht auf, bis wir fertig sind!“

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, gratulierte der von Greta Thunberg angestoßenen Klimaschutzbewegung, da sie, wie er betonte, „einen Wandel ins Rollen bringen kann. Sie hat in vielen Städten Nacheiferer gefunden, so dass jetzt eine gemeinsame Botschaft auf die Straßen Europas getragen wird“. Er unterstrich auch den essenziellen Beitrag der EU: „2014 lag die Wirtschaft in Europa am Boden. Wir haben ein großes Investitionsprogramm gestartet, und der Großteil dieser Investitionen war für den Umweltschutz bestimmt.“ Das Übereinkommen von Paris bleibe ein Eckpfeiler bei der Bekämpfung des Klimawandels, auch wenn „einige Leute den Klimawandel für eine Erfindung, eine Art ideologisches Konzept halten“.

Karl-Heinz Lambertz, der Präsident des Europäischen Ausschusses der Regionen, steuerte ein Lob bei und meinte, dass die Veranstaltung ein Ausdruck des „uns verbindenden Willens“ sei, „gemeinsam für unsere Union zu arbeiten“. Er verwies auf das Motto des EWSA-Präsidenten – „rEUnaissance: Ein nachhaltiges Europa wagen“ – und äußerte: „Es geht uns um ein und dieselbe Sache: den Neuaufbau, die Renaissance der Union. Wir müssen ganz konkrete Vorschläge unterbreiten, um Frustration zu vermeiden. Versprechen, die nicht eingehalten werden, haben eine verheerende Wirkung. Unsere Bürgerinnen und Bürger und unsere Regionen sind noch immer terra incognita für unsere Demokratien. Sie müssen umfassend in das europäische Projekt einbezogen werden. Die EU kann nur neu entstehen, wenn die Europäerinnen und Europäer dies wünschen.“

Für die Veranstaltung „Zivilgesellschaft für rEUnaissance“ öffnete der EWSA im Vorfeld der Europawahl seine Türen für alle Ebenen der Zivilgesellschaft. Neben vielen weiteren Rednern nahmen der Generaldirektor von BusinessEurope Markus J. Beyrer, EGB-Generalsekretär Luca Visentini, der Generalsekretär von Solidar und Ko-Vorsitzende der Kontaktgruppe Conny Reuter sowie Madeleina Kay, das „EU-Supergirl“, an der Debatte teil (die vollständige Rednerliste finden Sie hier).

 

 

 

Mehr Informationen zu der Veranstaltung finden Sie auf unserer Website.

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