Verhandelte mit der Regierung und ArbeitgeberInnen über finanzielle Unterstützung für Beschäftigte im Lebensmittel-, Getränke- und Catering-Sektor

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Peter Schmidt
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

Wichtigste Aufgabe der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), für die ich tätig bin, ist es, Tarifverträge auszuhandeln, unsere Anliegen und Standpunkte auf Regierungsebene einzubringen und unsere Betriebsräte und Mitglieder in diesen Bereichen zu vertreten und zu unterstützen.

Da wir im Nahrungsmittelsektor tätig sind, wurde unsere Arbeit während der COVID-19-Krise als systemrelevant eingestuft. Die gesamte Nahrungsmittelindustrie war deshalb stärker ausgelastet als üblich, und wir mussten angemessene Arbeitsbedingungen für unsere Kolleginnen und Kollegen sicherstellen. Durch eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Unternehmern gelang es uns glücklicherweise, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden konnten (außer in der fleischverarbeitenden Industrie).

Im Hotel- und Gaststättengewerbe stellte sich das Problem, dass die Arbeitnehmer und Unternehmer beträchtliche finanzielle Einbußen hinnehmen mussten. Um hier Abhilfe zu schaffen, konnten wir durch intensive Gespräche mit der Regierung die Bereitstellung von Kurzarbeitergeld erwirken. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Arbeitgebern und Verbänden gelang es uns sogar, das Kurzarbeitergeld zu erhöhen und die Arbeitnehmer so noch stärker zu unterstützen.

Eine weitere Initiative, über die in den Medien viel berichtet wurde, galt insbesondere der Fleischindustrie und den dort beschäftigten Arbeitskräften mit Werkverträgen. Deren Arbeitsbedingungen sind in Deutschland bekanntermaßen nicht gut, sie werden schlecht bezahlt und erhalten keine sozialen Leistungen. Es erwies sich als schwierig, mit den Unternehmern über den finanziellen Schutz der Arbeitnehmer ins Gespräch zu kommen. Trotzdem gelang es uns, Druck auf die Industrie und die Gesetzgeber auszuüben und diese Fragen stärker ins Blickfeld zu rücken. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch müssen unsere Bemühungen fortgesetzt werden, bis der Rechtsrahmen entsprechend angepasst wird.