Bietet Beratung an und nanzierte Laptops für Lehrlinge, um die technische Ausstattung für Distance-Learning zu gewährleisten

This page is also available in

 

Judith VORBACH
Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ)

Am 16.  März trat in Österreich das Covid-19-Maßnahmegesetz in Kraft, was praktisch zu Ausgangsbeschränkungen außer in bestimmten Fällen führte. Die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) reagierte prompt mit der Umstellung auf Homeoffice für die Beschäftigten gekoppelt an die Umstellung der EDV für den Betrieb aus der Ferne. Die Rückkehr ins Gebäude erfolgte dann schrittweise, begleitet von der Anpassung der Besprechungsräume, Essenausgabe direkt am Arbeitsplatz, einem Angebot an Desinfektionsmitteln, dem Tragen von Schutzmasken, laufend aktualisierten Informationen etc.

Mit der COVID-19-Krise kam es im Vergleich zum Normalbetrieb auch für die AK OÖ zu neuen Herausforderungen. Während das Gebäude 13 Wochen geschlossen war, wurden die Beratungen nahtlos telefonisch und online fortgesetzt. Es galt, den deutlich gestiegenen Beratungsbedarf der Mitglieder unter anderem in arbeitsrechtlichen Fragen (z. B. Dienstverhinderungen, Entgeltfortzahlungen) oder zur Kurzarbeit zu erfüllen. Auch Betriebsräte und Betriebsrätinnen wurden spezifisch über Kurzarbeit, Arbeitsrecht und Arbeitsschutz (Schutz vor Covid-19-Infektionen am Arbeitsplatz) informiert. Im Bereich Konsumentenschutz kam es ebenso zu einer enormen Steigerung der Beratungen z. B. rund ums Reisen, abgesagte Veranstaltungen und Kurse, einem Aussetzen von Mietzahlungen oder Stundungen von Kreditraten. Mehrfach konnten Rückforderungsansprüche durchgesetzt werden. Darüber hinaus finanzierte die AK OÖ Laptops für Lehrlinge, um die technische Ausstattung für Distance-Learning zu gewährleisten. Die Computer sollen auch nach der Krise an den Schulen bleiben und so einen langfristigen Beitrag zum EDV-unterstützen Lernen für Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen leisten. Weiters wurde im Rahmen des AK-Zukunftsfonds Arbeit – Menschen – Digital eine Corona-Sonderförderung eingerichtet, mittels der besonders Projekte zur Umsetzung des Homeoffice und zur Betriebsratskommunikation trotz Krisenmaßnahmen gefördert wurden. Zur Abfederung der sozialen Auswirkungen ergaben sich auch spezifische interessenspolitische Forderungen wie die Einrichtung einer öffentlich finanzierten Corona-Arbeitsstiftung, die Anhebung der Nettoersatzrate des Arbeitslosengeldes oder ein Jugendrettungspaket, das eine Verdoppelung überbetrieblicher Lehrwerkstätten und Maßnahmen im Schulsystem enthalten soll.