EWSA: Europas Zukunft muss sich auf eine Kultur der Nachhaltigkeit stützen

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Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) unterstützt den Kommissionsvorschlag zur Umsetzung der nationalen Energie- und Klimapläne. Er verweist auf die zentrale Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Förderung einer Kultur der Nachhaltigkeit, die für Europas Zukunft ausschlaggebend ist.

Europa hat keine Zukunft ohne die Entwicklung einer Kultur der Nachhaltigkeit, die die Energie- und Klimawende unterstützt und eine bewusste und proaktive Mitwirkung aller Teile der Gesellschaft ermöglicht. Kein Land kann den Klimawandel alleine bewältigen. Durch die Zusammenarbeit auf allen Ebenen können wir jedoch viel bewirken.

In seiner auf der Plenartagung im Oktober verabschiedeten Stellungnahme (Berichterstatter: Tommaso di Fazio) unterstützt der EWSA die Mitteilung der Europäischen Kommission über die nationalen Energie- und Klimapläne. Er betont, dass deren erfolgreiche Umsetzung von der allgemeinen Akzeptanz in der Bevölkerung aufgrund der Einbindung aller Bürgerinnen und Bürger abhängt.

Eine Kultur der Nachhaltigkeit fördern

Bewusstseinsbildung – von der frühen Kindheit an – ist grundlegend. Die Menschen müssen gemeinsam von der Bedeutung der Nachhaltigkeit überzeugt sein und entsprechend handeln. Deshalb empfiehlt der EWSA, dass in die nationalen Energie- und Klimapläne Initiativen aufgenommen werden, um eine weit verbreitete Kultur der Nachhaltigkeit mit entsprechenden Ressourcen und Finanzmitteln zu fördern. Ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit muss durch Maßnahmen geschaffen werden, die das Bildungs- und Ausbildungssystem ab dem Kindesalter durchdringen. Es gilt, eine intensive Informations- und Kommunikationskampagne ins Werk zu setzen, bei der bspw. das Netz der nationalen Wirtschafts- und Sozialräte eingespannt wird. Das heißt, dass zivilgesellschaftlichen Organisationen eine Schlüsselrolle zukommt.

Als Vertreter der Zivilgesellschaft müssen wir bei der Umsetzung dieser von der Kommission erstmals konzipierten operativen Pläne eine Führungsrolle spielen, so Berichterstatter Di Fazio. Dies ist ein neues Governance-Modell, der Start eines ehrgeizigen Projekts gegenseitiger Unterstützung der Betroffenen. Kein Einzelner kann diese Probleme alleine lösen, aber alle zusammen können wir viel erreichen. Wir müssen so aktiv wie möglich sein. Packen wir es an.

Ein neuer Ansatz für die Multi-Level-Governance

Die Europäische Kommission beginnt nun mit der Bewertung der von den Mitgliedstaaten vorgelegten nationalen Energie- und Klimaplänen. Ihre Umsetzung basiert auf einem neuen Governance-Ansatz: einem interaktiven Dialog über mehrere Ebenen hinweg, an dem die Mitgliedstaaten, die Kommunen und Regionen, die organisierte Zivilgesellschaft und öffentliche und private Einrichtungen auf lokaler und regionaler Ebene umfassend beteiligt sind. Ziel ist es, auf europäischer Ebene Konvergenz und kohärentes Handeln bei der Energie- und Klimawende sicherzustellen.

Dadurch wird die EU bei der Bekämpfung des Klimawandels für die gesamte Welt rechtlich und politisch beispielgebend. Mit der Verabschiedung „integrierter“ nationaler Energie- und Klimapläne ist die Europäische Union das erste große globale Wirtschaftssystem, das einen rechtsverbindlichen Rahmen für die Erfüllung der mit dem Übereinkommen von Paris von 2015 (COP 21) und mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen eingegangenen Verpflichtungen annimmt.

Eine Energiewende, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht

Das neue Energiesystem muss inklusiver, nachhaltiger, wirtschaftlicher, fairer und sicherer sein. Dafür sollten die nationalen Energie- und Klimapläne einem auf den Menschen ausgerichteten Ansatz für die Energiewende folgen, bei dem Entscheidungen über weltweite Energie- und Klimaprobleme auf gesellschaftlichem Konsens basieren. Gleichzeitig müssen sie die Schaffung von Mehrwert für die Unternehmen und die Gesellschaft ermöglichen. Keinesfalls darf dadurch die Ausgewogenheit des Energiedreiecks beeinträchtigt werden: Versorgungssicherheit und Zugang, ökologische und soziale Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Entwicklung und wettbewerbsorientiertes Wachstum.

Di Fazio zusammenfassend: Mit diesen Plänen reagiert Europa – weltweit allen voran – engagiert auf die Klimaschutzbewegungen. Wir sind keineswegs untätig, sondern befassen uns intensiv mit diesen Fragen. Wir müssen jedoch dafür sorgen, dass die Öffentlichkeit sich dessen bewusst ist.

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