Liebe Leserinnen und Leser,

das Ergebnis der jüngsten Europawahl, aus der jene als Sieger hervorgegangen sind, die mehr – und nicht weniger – Europa wollen, birgt die Chance auf eine demokratische Erneuerung Europas auf der Grundlage nachhaltiger Entwicklung und inklusiver Institutionen.

Nunmehr kommt es entscheidend darauf an, dass es dem Europäischen Parlament gemeinsam mit allen anderen Organen und Einrichtungen der EU auch tatsächlich gelingt, diese zentralen Aufgaben umzusetzen. Wir alle wissen, dass dies nur gelingen kann, wenn wir die nachhaltige Entwicklung zum Herzstück unserer politischen Strategien und Maßnahmen machen.

Die Anhörungen der designierten Mitglieder der nächsten EU-Kommission stehen vor dem Abschluss und das neue Kollegium wird seine Arbeit in Kürze aufnehmen. Vor diesem Hintergrund gibt die Tatsache, dass die neugewählte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer Agenda für Europa eine ganze Reihe von Initiativen vorgelegt hat, um Fortschritte in diese Richtung zu erzielen – darunter einen Investitionsplan für ein zukunftsfähiges Europa, einen New Green Deal für Europa sowie eine Initiative für Geschlechtergleichstellung –, Anlass zu Hoffnung.

Als europäisches Haus der Zivilgesellschaft begrüßt der EWSA zudem ihr Vorhaben, die europäische Demokratie durch eine Konferenz zur Zukunft Europas weiter voranzubringen, und als EU-Institution mit der größten Bürgernähe, die für gelebte partizipative Demokratie steht, sind wir bereit, einen umfassenden Beitrag dazu zu leisten.

Wir müssen uns darauf vorbereiten, den Wandel mitzutragen – indem wir unsere Einstellung ändern und schauen, wie wir die komplexen Herausforderungen, denen wir uns aktuell gegenübersehen, erfolgreich bewältigen können. Ausschließlich von Brüssel aus wird uns dies jedoch nicht gelingen. Daher müssen wir neue Formen der Zusammenarbeit und des Dialogs mit den Menschen vor Ort finden.

Jeder Neuanfang birgt Chancen, für uns ist dies eine Gelegenheit, sowohl den Dialog zwischen den EU-Institutionen als auch den Dialog zwischen der EU und den Unionsbürgerinnen und -bürgern zu intensivieren. Wir müssen aber auch zeigen, wie wichtig es ist, der Zivilgesellschaft zuzuhören – hierbei kommt dem EWSA eine Schlüsselrolle zu.

Europa kann nur dann erneuert werden, wenn wir es den Menschen besser vermitteln. Unter diesem Motto stand auch das EWSA-Medienseminar für die Zivilgesellschaft, das in diesem Jahr in Malaga stattfand und bei dem sich Journalisten, Vertreter der Zivilgesellschaft, von Wissenschaft und Forschung sowie Kommunikationsfachleute mit den EU-Errungenschaften der letzten 60 Jahre auseinandersetzten und erörterten, warum es von Vorteil ist, „eine immer engere Union“ zu schaffen, statt dass jeder seinen eigenen Weg geht.

Die Teilnehmer des Medienseminars in Malaga haben versucht, eine neue und ehrgeizige Strategie zu entwerfen, wie Europa seinen Bürgerinnen und Bürgern vermittelt werden kann. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle unsere Kräfte bündeln sollten, um den Menschen begreiflich zu machen, dass wir geeint stärker sind.

EWSA-Präsident