Arbeit 4.0 hat die stärksten Auswirkungen da, wo die Sozialpartner am schwächsten sind

von der Gruppe Arbeitnehmer des EWSA

Eine Studie der Gruppe Arbeitnehmer des EWSA zu nationalen Strategien im Bereich Arbeit 4.0 zeigt, dass die Beteiligung der Sozialpartner entscheidend ist und Arbeitnehmer dort am härtesten betroffen sind, wo Tarifverhandlungen an Bedeutung verloren haben.

Das Tempo der Digitalisierung und die damit verbundenen Herausforderungen in puncto Regulierung und Qualität der Beschäftigung erfordern umfassende politische Antworten. Nach Schätzungen der OECD besteht für 14 % der Arbeitsplätze ein hohes Automatisierungsrisiko, und 31 % werden in den nächsten 15 bis 20 Jahren erhebliche Veränderungen erfahren.

Laut Studie besteht ein großer Bedarf an hochqualifizierten Arbeitnehmern. Gleichzeitig werden in Zukunft Arbeitsplätze mit mittlerem Qualifikations- und Einkommensniveau verschwinden. Die Folge: eine Verstärkung der Ungleichheiten.

Die Studie fußt auf Erkenntnissen der IAO über die Plattformwirtschaft, wo rechtliche Lücken bzw. Grauzonen, die den Nährboden für atypische und mangelhafte Arbeitsbedingungen geschaffen haben, aus der Schwächung der Tarifverhandlungen in bestimmten Ländern resultieren.

In der Untersuchung, die einen Überblick über die nationalen Strategien im Bereich Arbeit 4.0 und eine kohärente Analyse der Rolle der Sozialpartner bietet, wird Folgendes gefordert:

  • Stärkung des sozialen Dialogs durch direkte Beteiligung der Sozialpartner an der Gestaltung eines gerechten digitalen Übergangsprozesses, um hochwertige Arbeitsplätze und angemessene Löhne zu gewährleisten,
  • universelle Systeme der sozialen Sicherheit,
  • aktualisierte Standards in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz für neue Technologien,
  • Antizipierung der Schaffung von Arbeitsplätzen und
  • Konzipierung von Ausbildungsprogrammen.

Die Studie wird im Rahmen einer Veranstaltung der Gruppe Arbeitnehmer am 18. Oktober 2018 präsentiert und diskutiert werden. (prp)