Finanzdienstleistungen für Verbraucher: Position des EWSA wird durch lokale Veranstaltung in Spanien gestützt

Das Kundenvertrauen in grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen muss gestärkt werden, um ihren geringen Anteil an den Finanzdienstleistungen (7 %) zu erhöhen, so der Tenor einer von EWSA-Mitglied Carlos Trias Pintó am 24. Mai in der Vertretung der Europäischen Kommission in Madrid organisierten Konferenz. Othman Karas, MdEP, kündigte an, dass das Europäische Parlament in seiner Antwort auf den von der Kommission vorgeschlagenen Aktionsplan "Finanzdienstleistungen für Verbraucher" einige der wichtigsten Vorschläge des EWSA aufgreifen wird.

Mit der Konferenz zum Thema Herausforderungen des neuen digitalen Zeitalters: Angebotsqualität, Zugänglichkeit, fairer Wettbewerb und Verbraucherschutz sollte die im September 2017 verabschiedete Stellungnahme des EWSA zu Finanzdienstleistungen für Verbraucher propagiert werden.

Die Veranstaltung, auf der sowohl Berichterstatter Michael Ikrath als auch Mitberichterstatter Carlos Trias Pintó das Wort ergriffen, wurde von EWSA-Mitglied Bernardo Hernández Bataller moderiert. Weitere Redner waren u. a. Othman Karas und Jonas Fernández Álvarez, beide MdEP und Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Währung (ECON), Manuel Pardos, Vorsitzender der spanischen Bankkunden-Schutzgemeinschaft ADICAE, Fernando Tejada de la Fuente von der spanischen Nationalbank und Jose Luis Martínez Campuzano, Sprecher des spanischen Bankenverbandes (AEB).

„Die Kunden sollten grenzübergreifend die besten und innovativsten Finanzprodukte auswählen können“, erklärte Michael Ikrath, der betonte, dass der Markt für Finanzdienstleistungen in der EU nach wie vor fragmentiert und von einer Harmonisierung noch weit entfernt ist. „Die im traditionellen Privatkundengeschäft tätigen Banken, insbesondere die regionalen und lokalen Banken, tragen entscheidend zum Kundenvertrauen bei, sie genießen traditionell hohes Vertrauen bei den EU-Verbrauchern, die wenig geneigt sind, den Anbieter zu wechseln.“

Die Bonitätskriterien müssen vereinheitlicht werden, um das Problem des „Loan shopping“ zu lösen, bei dem Kreditnehmer national nicht mehr erhältliche Verbraucherkredite grenzüberschreitend aufnehmen und damit eine Überschuldung riskieren. „Verbraucherinsolvenzen müssen mit Hilfe von Rechtsvorschriften auf ein Minimum begrenzt werden“, erklärte Herr Trias Pintó, der auch hervorhob, welche Risiken alternative digitale Währungen wie Bitcoin, Cyberwährungen und die Blockchain-Technologie bergen, die die Sicherheit, den Datenschutz und das Kundenvertrauen untergraben.

Othman Karas unterstützte die EWSA-Stellungnahme und kündigte an, dass das Europäische Parlament einige darin enthaltene Vorschläge in seiner Stellungnahme aufgreifen wird:

  • es muss gewährleistet werden, dass die steuerliche Ausgestaltung der Produkte und Dienstleistungen kein Hindernis mehr für einen fairen Wettbewerb ist;
  • die Kommission sollte neben den Verbraucherprodukten weitere „Leuchtturmprodukte“ definieren, die sich durch Einfachheit auszeichnen und dieselben Merkmale aufweisen, sodass sie vergleichbar und transparent sind;
  • unabhängige und zertifizierte Instrumente für einen Vergleich der unterschiedlichen Finanzprodukte müssen bereitgestellt werden und
  • auch IT-Riesen wie Google, Apple & Co. müssen die EU-Verbraucherschutzregeln anwenden. (dm)