Neunte EWSA-Tage der Zivilgesellschaft: Im digitalen Zeitalter sind die Fähigkeiten der Menschen und ein angemessener Rechtsrahmen gefragt

Bürgerschaft, Demokratie und Kultur im digitalen Europa – dies war das Motto der Tage der Zivilgesellschaft 2018, die die Kontaktgruppe am 24./25. Mai im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) in Brüssel veranstaltete.

Das rasante Tempo der Veränderungen in der digitalen Ära wird für einige Zerstörungen sorgen, doch auf lange Sicht werden die Menschen weniger und anders arbeiten und ihr subjektives Wohlbefinden wird sich verbessern, so Andrea Renda, Inhaber des Lehrstuhls für digitale Innovation am Europakolleg, in seinem Impulsreferat. Ray Pinto, Strategiedirektor bei DIGITALEUROPE, gab zu bedenken, dass in Europa etwa eine halbe Million Spezialisten fehlen. Während die USA und China einen erheblichen Anstieg bei Patenten im Bereich KI zu verzeichnen haben, liegt Europa zurück. 83 % der auswärtigen Investitionen in KI werden in den USA und China getätigt.

In sechs Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer über das Zusammenleben im digitalen Europa der Zukunft und verabschiedeten sieben wesentliche Empfehlungen:  

  • Es sollten Synergien zwischen Bildung und Kultur zu Fragen des kulturellen Ausdrucks und der Bürgerschaft in allen Bildungseinrichtungen sowie mit Blick auf das lebensbegleitende Lernen geschaffen werden.
  • Die Organisationen der Zivilgesellschaft sollten beim Ausbau ihrer Informations- und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt werden, um Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, auch über das Internet, zu propagieren.
  • Kontrolle und Überwachung sollten verstärkt werden, und die Zivilgesellschaft sollte in die Aufsichtsverfahren für die Überwachung eingebunden werden.
  • Elektronische Werkzeuge für kreative Kollaboration und Crowdsourcing sollten häufiger auf lokaler Ebene eingesetzt werden, um das Engagement der Bürger zu steigern.
  • Fragen der Zugänglichkeit sollten genauso behandelt werden wie Sicherheit und Datenschutz. Dies sollte ein Kernaspekt von IKT-Produkten und -Dienstleistungen sein.
  • KI kann und sollte die Beschäftigung fördern, statt Arbeitnehmer zu ersetzen.
  • Eine EU-Charta der digitalen Grundrechte sollte erstellt und unterstützt werden. (sma)