Episode 7: Wie die europäische Luftfahrt wieder abheben kann

COVID-19 und die Klimakrise setzen der europäischen Luftfahrt schwer zu. Wird ihr ein Neustart gelingen, nachdem die Flieger monatelang am Boden bleiben mussten? Wir hören dazu Antworten von Thomas Kropp, Berater für die Lufthansa und EWSA-Berichterstatter zur Aussetzung der EU-Vorschriften für die Zuweisung von Zeitnischen auf Flughäfen während der COVID-19-Krise, Saim Saeed, Reporter für Mobilität bei Politico Europe, und Agathe Bounfour, die beim Climate Action Network France für Verkehrspolitik zuständig ist.

Dessine-moi…

Unsere Artikelreihe „Dessine-moi...“ wird immer bunter. Wir haben neue persönliche Zeitskizzen unserer Mitglieder erhalten, die uns in ihrem Wunsch nach Dialog und Austausch einen ehrlichen Einblick in ihre Welt erlauben.

Wir danken Martina Širhalová, Lucie Studničná, Judith Vorbach, Lidija Pavić-Rogošić, Maurizio Reale, Arnold Puech D’Alissac, José María Zufiaur Narvaiza, Carlos Trias Pintó und Yves Somville, dass sie ihre Gedanken zu diesen unerwarteten Zeiten mit uns teilen, in denen wir uns neu erfinden mussten, um das Leben wieder zu erleben.

Wir laden Sie ein, an ihren Geschichten, die das Leben schrieb, teilzuhaben und sich von ihnen inspirieren zu lassen. Trotz der sprachlichen, kulturellen und geografischen Unterschiede ist diesen Zeitskizzen eines gemein: Sie sind von dem Wunsch erfüllt, auszumachen und zu erkennen, was im Leben wirklich zählt.

Sämtliche Artikel können hier aufgerufen werden: https://www.eesc.europa.eu/fr/news-media/eesc-info/072020#a80402

Verfügbare Sprachfassungen:

Grußwort

Ein Brexit ohne Abkommen wäre ein Albtraum für unsere Wirtschaft

Liebe Leserinnen und Leser!

Vier Verhandlungsrunden über den Brexit konnten trotz der COVID-19-Pandemie abgeschlossen werden, dennoch wurden nur wenige Fortschritte erzielt.

Nach der offiziellen Erklärung des Vereinigten Königreichs, dass es keine Verlängerung des Übergangszeitraums nach dem Brexit über das Ende dieses Jahres hinaus beantragen wird, waren sich Premierminister Boris Johnson und die drei Präsidenten der EU-Organe in einer hochrangigen Sitzung am 15. Juni einig, dass der Stillstand in den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen dringend überwunden werden muss und dass die Voraussetzungen geschaffen werden müssen, die am ehesten das Zustandekommen eines ratifizierten Abkommens bis Ende 2020 begünstigen.

Bitte vormerken

1. Juli 2020:

Jugend, Beschäftigung und Covid-19 – Webinar

15./16. Juli 2020, Brüssel

EWSA-Plenartagung

Dessine - moi...

Maurizio Reale: „Ein Dank an die Landwirte“

In der Zeit der sozialen Distanzierung habe ich unterschiedliche Stimmungslagen durchgemacht. Auf meine anfängliche große Sorge über die Auswirkungen der Pandemie in meinem Heimatland und einige Wochen später in der ganzen Europäischen Union folgte eine zweite Phase der Reflexion. Ich machte mir Gedanken, wie man dieser dramatischen Situation – von der ich niemals gedacht hätte, dass ich sie je werde erleben müssen – am besten begegnen kann.

Lucie Studničná: Die überwältigende Solidarität rührt mich zu Tränen

Meine Erfahrungen der letzten Wochen waren einzigartig und sehr bereichernd - so wie für alle Menschen.

Am 11. März kehrte ich nachts sehr müde aus Brüssel zurück. Es war klar, dass wir in den nächsten Tagen wegen der nicht abschätzbaren Gefährdung durch COVID-19 nicht reisen würden, und ich freute mich über die unerwartete Chance, einige ruhige Tage in meinem Büro zu verbringen. Aber alles kam ganz anders.

Carlos Trias Pintó: Diese Krise ist eine ernste Warnung, dass wir unsere Lebensweise ändern müssen

Zu Beginn war ich darum bemüht, meine Familie wieder zu vereinen, denn mein Sohn war zu Studienzwecken in den USA. Unser Wiedersehen wirkte sehr stimulierend: Der anfängliche Stillstand gab uns wieder die Möglichkeit, die Abende mit der Familie zu verbringen, Filme anzusehen, Spiele zu spielen... Aber über all dem lag die Angst: Madrid war zu jener Zeit eine der am stärksten betroffenen europäischen Städte. Das Gesundheitssystem war zusammengebrochen. Durch das Fehlen medizinischen Materials waren Ärzte aus meinem Freundeskreis gezwungen, ihre Schutzmasken zu waschen – und wegen des ausbleibenden Nachschubs steckten sie sich und ihre Angehörigen schnell an. Dennoch herrschte ein Gemeinschaftsgefühl vor: Jeden Tag um Punkt 20 Uhr spendeten die Madrileninnen und Madrilenen von ihren Balkonen aus Applaus.

Martina Širhalová: Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, soviel Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten

In den letzten Wochen habe ich mehr erlebt, als mir lieb gewesen wäre. Ich bin immer noch in einem Wechselbad der Gefühle, und mir drängen sich viele unterschiedliche Perspektiven zu COVID-19 auf. Das ist in einer Situation wie der jetzigen wohl völlig normal.

Judith Vorbach: Dominanz der Online-Welt während der Corona-Krise

Bis jetzt ist mir der Tag, als das Herunterfahren des öffentlichen Lebens begann, noch sehr gut in Erinnerung, es war Freitag, der 13. März. Die Stimmung auf der Straße in Linz war ungewöhnlich angespannt. Es lag „etwas“ in der Luft, und tatsächlich folgte wenig später der Lockdown.

Lidija Pavić-Rogošić: Ein Erdbeben mitten in der Pandemie

Seit der Verhängung des Lockdowns sind drei Monate vergangen. In den Städten kehrt langsam wieder Leben ein, und so ist es an der Zeit, über das nachzudenken, was geschehen ist, denn die rasche Ausbreitung des Virus hat alle Aspekte unseres persönlichen und gemeinschaftlichen Lebens berührt.

Arnold Puech d’Alissac: Wir haben alle Abnehmer aus der Gastronomie verloren, dafür haben sich die Ab-Hof-Verkäufe verdoppelt

Als immer mehr EU-Mitgliedstaaten in den Lockdown gingen, machte die Presse den Franzosen klar, dass auch Frankreich sich darauf vorbereiten muss.

José María Zufiaur: Leben mit dem Lockdown

Meine Sorge in diesen Monaten war, ob die EU angesichts dieser Krise im Einklang mit ihrem ursprünglichen Projekt und ihrer Struktur handeln würde, die auf Werten, einem Binnenmarkt und einem Währungsgebiet beruht, dem die meisten ihrer Mitgliedstaaten angehören.

Yves Somville: Lehren aus der Krise

Ich wohne auf dem Land und bin passionierter Hobbygärtner. Deshalb muss ich gestehen, nicht allzu sehr unter der Ausgangsbeschränkungen gelitten zu haben, abgesehen davon, dass ich die mir nahestehenden Menschen, meine Familie und Freunde, nicht mehr sehen konnte.

Evangelia Kekeleki: Wir müssen dafür sorgen, dass alle Mitgliedstaaten gleichermaßen Zugang zu Impfstoffen und Tests haben

Ich fand es nicht besonders schwierig, während des Lockdowns zu Hause zu bleiben. Es gab viele Dinge, die ich jahrelang immer wieder aufgeschoben hatte. Nun hatte ich Zeit und Gelegenheit dazu und habe
mich gefreut, dass ich vieles erledigen konnte. Ich habe endlich die Familienfotos und -erbstücke unserer verstorbenen Eltern geordnet.

Dies hat starke Gefühle in mir ausgelöst. Ich habe mich auch mit Dingen beschäftigt, die ich vermisst hatte, wie Handarbeit, Backen und Kochen. Ich habe traditionelle griechische Liköre, Marmeladen und kandierte Früchte zubereitet – Dinge, für die ich normalerweise im hektischen Alltag keine Zeit finde.

Neue Veröffentlichungen

Die partizipative Demokratie – eine Erfolgsgeschichte des EWSA

In einer neueren Veröffentlichung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) werden alle Stellungnahmen und Berichte aufgeführt, durch die es dem EWSA und den Organisationen der Zivilgesellschaft im Laufe der vergangenen 30 Jahre gelungen ist, die partizipative Demokratie zu stärken und zu einem wichtigen Akteur im europäischen Beschlussfassungsprozess zu werden.

Aktuelles

Michel Barnier: „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich das Vereinigte Königreich die Rosinen aus dem Kuchen unseres Binnenmarkts herauspickt.“

Auf seiner Juni-Plenartagung veranstaltete der EWSA eine Debatte mit Michel Barnier, dem Leiter der EU-Taskforce für die Beziehungen zum Vereinigten Königreich, über den Stand der Brexit-Verhandlungen.

Vorschläge des EWSA für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung nach der COVID-19-Krise weisen in Richtung eines neuen Gesellschaftsmodells

Auf seiner Juni-Plenartagung verabschiedete der EWSA eine Entschließung mit Vorschlägen für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung nach der COVID-19-Krise. Er regt an, die Krise als Chance für die Gestaltung eines neuen Gesellschaftsmodells zu begreifen: „Wir können nicht einfach nur die alten Zustände wiederherstellen, wir müssen sie neu strukturieren und verbessern.“

Geeint für die Zukunft Europas: Jetzt ist es Zeit zu handeln

Solidarität und Zusammenarbeit in der EU sind unerlässlich beim Wiederhochfahren der Wirtschaft nach der COVID-19-Pandemie. Auf der Plenartagung im Juni stimmten EWSA-Präsident Luca Jahier und die EU-Kommissarin für Kohäsion und Reformen, Elisa Ferreira, darin überein, dass die Kohäsionspolitik im Aufbauplan der Kommission und im überarbeiteten, ehrgeizigeren Vorschlag für den mehrjährigen Finanzrahmen einen wichtigen Platz einnimmt. Der nächste Schritt bestehe nun darin, die Annahme und Umsetzung dieser beiden Vorhaben zu beschleunigen.

«I can’t breathe» –  EWSA gedenkt George Floyd

Mehrere Mitglieder und Bedienstete des EWSA knieten am 10. Juni kurz vor der Plenartagung nieder, um dem US-Bürger George Floyd zu gedenken, der von einem Polizeibeamten der Stadt Minneapolis getötet worden war. Bevor 8 Minuten und 46 Sekunden lang schweigend innegehalten wurde, gedachte Präsident Luca Jahier George Floyd und allen, die im Laufe der Jahre Opfer ähnlicher Gewalttaten geworden sind.

#Icantbreathe ist für uns alle der dringende Aufruf, Gerechtigkeit zu fordern und gegen Rassismus aufzutreten

Gemeinsame Erklärung des Präsidenten des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses und des Vorsitzenden der Gruppe Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit des EWSA

Am 25. Mai starb der 46-jährige US-Amerikaner George Floyd während seiner Festnahme durch Beamte der Polizei von Minneapolis an Erstickung. Die weltweite Verbreitung der schockierenden Bilder dieser brutalen Verhaftung eines afroamerikanischen Bürgers und eine wachsende Protestbewegung in den USA und vielen anderen Ländern haben die Menschen aufgerüttelt.

Der Investitionsplan muss den Zielen des Grünen Deals gerecht werden

Alle EU-Institutionen und Mitgliedstaaten sollten rasch, konzertiert und solidarisch auf die COVID-19-Pandemie reagieren und im Hinblick auf die Finanzierung des Europäischen Grünen Deals zusätzliche Maßnahmen zur Förderung nachhaltiger Investitionen ergreifen. Diese Ansicht vertritt der EWSA in einem unlängst verabschiedeten Stellungnahmepaket.

Bewältigung der Coronavirus-Krise: EWSA unterstützt Vorschläge der Kommission zur Anpassung der Aufsichtsregeln im Bankwesen

Die Aufsichtsregeln der EU für Banken müssen vorübergehend geändert werden, um Mittel für die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie freisetzen und möglichst effektiv einsetzen zu können, so der EWSA in einer jüngsten Stellungnahme.

Aufbauplan „Next Generation EU“ – Ein Beispiel für Solidarität in Zeiten der Unsicherheit

Am 2. Juni – wenige Tage, nachdem die Europäische Kommission ihren Vorschlag für einen umfassenden Aufbauplan zur Bewältigung der Folgen der COVID-19-Pandemie vorgelegt hatte –, organisierte der EWSA eine Online-Debatte, um zu bewerten, ob der Plan den Herausforderungen gerecht wird. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, wie wichtig diese ehrgeizige Initiative als Beispiel für Solidarität zwischen allen EU-Mitgliedstaaten in unsicheren Zeiten ist.

Könnte COVID-19 eine Migrationswende einläuten?

Am 20. Mai veranstaltete der Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, Luca Jahier, das Webinar Migration in Zeiten von COVID-19 – die unvergessene Tragödie, in Erwartung des neuen EU-Pakts.

Es ist Zeit, den Übergang zu einer Niedrigemissionswirtschaft zu beschleunigen

Der EWSA begrüßt die Schlussfolgerungen des Europäischen Rates vom 23. April und unterstützt die Entschließung des Europäischen Parlaments, den europäischen Grünen Deal in den Mittelpunkt des EU-Konjunktur- und -Aufbaupakets zu stellen.

Aktuelles aus den Gruppen

Bei der Bewältigung der Corona-Krise kommt es vor allem auf die Unternehmen an

von Tellervo Kylä-Harakka-Ruonala, Mitglied der Gruppe Arbeitgeber

Die Corona-Krise hat das Unternehmensumfeld radikal geändert. Die Unternehmen haben Liquiditätsprobleme, Unterbrechungen der Lieferketten und Störungen des freien Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehrs erlebt. Sobald das Schlimmste überwunden ist, wird die Erholung der europäischen Wirtschaft jedoch von den Unternehmen ausgehen. Die Bewältigung der Corona-Krise erfordert daher gemeinsame Anstrengungen des öffentlichen und des privaten Sektors, für die eine enge Zusammenarbeit gebraucht wird.

EWSA-Entschließung für eine Erholung nach COVID-19: Die Sicht der Gruppe Arbeitnehmer

von der Gruppe Arbeitnehmer

Aus der Entschließung des EWSA geht deutlich hervor, dass der Wiederaufbau unserer Gesellschaft auf Solidarität beruhen muss – Solidarität mit den Pflegekräften, mit allen Arbeiterinnen und Arbeitern, die sich in dieser schwierigen Zeit aufgeopfert und als Stützen der Gesellschaft erwiesen haben, mit denjenigen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, aber auch mit Arbeitgebern, die sich um die Rettung von Unternehmen und Arbeitsplätzen bemühen, Solidarität mit den öffentlichen und privaten Sektoren, die Soforthilfen benötigen – und vor allem Solidarität zwischen den EU-Mitgliedstaaten, die ein gemeinsames wirtschaftliches und soziales Ziel verfolgen.

Nach der Corona-Krise: Erholung durch Wiederaufbau

von Jan Dirx, Mitglied der Gruppe Vielfalt Europa

Das Europäische Parlament, die Europäische Kommission, Ratspräsident Charles Michel und andere sprechen sich für eine Erholung und einen Wiederaufbau in der EU nach der Corona-Krise unter ökologischen Vorzeichen aus. Die Lobbyisten der alten Wirtschaftsordnung argumentieren jedoch, dass jetzt nicht die Zeit für Innovationen ist – es müsse vielmehr in die Wiederherstellung des alten Systems investiert werden.