EWSA-Plenartagung: Gedenken an den 75. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto

von der Gruppe Arbeitgeber des EWSA

Auf seiner Plenartagung gedachte der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss mit einer Schweigeminute des 75. Jahrestags des Aufstands im Warschauer Ghetto – des größten bewaffneten Widerstandsakts von Juden im Zweiten Weltkrieg.

Als Zeichen der Erinnerung an den Aufstand steckten sich die Mitglieder des EWSA gelbe Narzissen aus Papier an. Solche symbolischen Papierblumen wurden am selben Tag auch auf den Straßen Warschaus (Polen) verteilt.

„Es ist paradox: Je länger die Europäerinnen und Europäer in Frieden und Wohlstand leben, desto weniger erinnern sie sich an das übergeordnete Ziel, das mit der Schaffung der EU verbunden war. Für die Gründerväter der EU lautete es: ‚Nie wieder Krieg!‘“, erklärte Jacek P. Krawczyk, Vorsitzender der Gruppe Arbeitgeber und Initiator der Gedenkakts. Er fügte hinzu: „Diese gelbe Narzisse steht nicht nur für die Kriegsopfer. Sie sollte auch ein Sinnbild für den Widerstand gegen jeden Versuch sein, die Gemeinschaft zu spalten, Menschen durch Mauern zu trennen und sie ihrer Herkunft nach aufzuteilen.“

In seiner Rede appellierte Jean-Pierre Haber, Gründungsmitglied des CEJI (Centre européen juif d‘information) an sämtliche Vertreter der europäischen Zivilgesellschaft, sich dafür einzusetzen, dass alle Bürger in einem freien und friedlichen Europa leben können.

Historiker schätzen, dass in den 20 Tagen, die der Aufstand und die brutale Beseitigung des Ghettos dauerten, 7 000 Juden noch im Ghetto selbst getötet, weitere 7 000 in das Vernichtungslager Treblinka geschickt und 36 000 in Arbeitslager deportiert wurden. (lj)