Kampf um gleiche Löhne und Gehälter lässt sich am besten durch die Enttarnung von Stereotypen gewinnen

Der EWSA unterstützt die Bemühungen der Kommission zur Verringerung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles von 16,3 % in der EU, schlägt allerdings weitere Maßnahmen vor, um insbesondere tief verwurzelte soziale und kulturelle Stereotype, welche die Ausbildungs- und Berufswahl von Frauen bestimmen, zu enttarnen.

In seiner Stellungnahme zu demAktionsplan der Kommission zur Bekämpfung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles hebt der EWSA zudem die Bedeutung von Lohntransparenz und Vergütungsprüfungen in Unternehmen hervor. Darüber hinaus fordert er die Kommission auf, von nun an individualisierte Daten zu erheben, um genauere Statistiken über Frauenarmut zu erstellen. Diese bleibt oft verborgen, da die Daten pro Haushalt und nicht individuell erhoben werden.

Genauere Daten zu den Löhnen würden fundiertere Verhandlungen ermöglichen, die von enormer Bedeutung sind.

„Die Sozialpartner spielen hierbei eine entscheidende Rolle, denn Schätzungen zeigen, dass das Lohngefälle bei einer Ausweitung des sozialen Dialogs um ein Prozent um 0,16 Prozent sinkt“, erklärte die Berichterstatterin Frau Demelenne.

Die Mitberichterstatterin für die Stellungnahme, Vladimira Drbalová, betonte, dass es dann größere Fortschritte geben wird, wenn Frauen in besser bezahlte Bereiche wie Wissenschaft, Informations- und Kommunikationstechnologien, Verkehr oder Bauwesen vordringen.

Nach Ansicht des EWSA spielen die Mitgliedstaaten eine wichtige Rolle, da sie mehr Kinder- und Altenbetreuungseinrichtungen bereitstellen müssen, um so die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu verbessern.

Sollten die Maßnahmen der Kommission bis Ende 2019 keine Wirkung zeigen, wird der EWSA sie ggf. zu verbindlicheren Maßnahmen – darunter möglicherweise auch Sanktionen – auffordern. (ll)