Verfechter von EU-Vorschriften für eine transparente Lebensmittelkette vor Plenum des EWSA

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) begrüßte auf seiner vergangenen Plenartagung die Organisatoren der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) Eat ORIGINal! Unmask Your Food. Diese Initiative fordert die Europäische Kommission auf, eine obligatorische Ursprungskennzeichnung für alle Lebensmittel vorzuschreiben, um Betrug zu verhindern und das Recht der Verbraucher auf Information zu gewährleisten.

Die EBI „Eat ORIGInal! Unmask your food“ hat bis Ende der Sammlungsphase am 2. Oktober 2019 über 1,1 Mio. Unterschriften in allen 28 Mitgliedstaaten erhalten.

Paolo di Stefano, Leiter des EU-Verbindungsbüros von Coldiretti, des wichtigsten italienischen Landwirtschaftsverbands, und Koordinator der Initiative, sagte: „Das haben wir seit Langem erwartet, und es belegt, dass die Unionsbürgerinnen und -bürger wissen wollen, was sie tatsächlich essen“.

EWSA-Präsident Luca Jahier stellte fest: „Diese EBI ist von besonderem Interesse für den EWSA, der seine Standpunkte zu dem Thema in mehreren Stellungnahmen dargelegt hat. Dabei trat der EWSA immer schon entschlossen für klarere Regeln und bessere Informationen für die Verbraucher ein und empfiehlt mehr Transparenz bei der Ursprungskennzeichnung von Lebensmitteln.“

Die EU steht vor dem Problem, dass die Ursprungskennzeichnung derzeit nur für bestimmte Lebensmittel vorgeschrieben, für alle anderen jedoch freiwillig ist, was zu großen Informationslücken über deren Herkunft führt.

Die obligatorische Urspungsangabe bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln hilft, Fälschungen und unlauteren Geschäftspraktiken vorzubeugen.

Die Organisatoren der Initiative glauben, dass diese dringend benötigte Harmonisierung zu einer erhöhten Sicherheit und Transparenz in der gesamten Lebensmittelversorgungskette führt. Die Anfälligkeit des Systems ohne obligatorische Ursprungskennzeichnung liegt klar auf der Hand.

Der EWSA ging mit seiner im Februar 2019 verabschiedeten Stellungnahme zur Förderung einer gesunden und nachhaltigen Ernährung in der EU sogar noch weiter und empfahl eine umfassendere Lebensmittelkennzeichnung, die auch ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt. (mr)