Gabriele Bischoff zum Internationalen Frauentag

Am Internationalen Frauentag feiern wir die Frauen und denken nicht nur daran, was wir bereits erreicht haben, sondern auch daran, was noch vor uns liegt. In diesem Jahr nimmt die Gruppe Arbeitnehmer insbesondere die Männer in den Fokus. Warum ein Fokus auf den Männern an einem Tag, der den Frauen gewidmet ist? Weil es bei der Gleichstellung nicht nur um die Frauen geht. Wenn wir es nicht schaffen, dass auch die Männer mitziehen, werden wir nie eine echte Gleichstellung von Frauen und Männern erreichen.

In der Europäischen Union nehmen durchschnittlich nur 10 % der Männer Vaterschafts- bzw. Elternurlaub. In einigen Mitgliedstaaten liegt dieser Anteil sogar bei nur 5 %. Die Frauen tragen die Hauptlast bei der Betreuung von Kindern und anderen abhängigen Personen und leisten zudem den Großteil der Arbeit im Haushalt. Solange wir nichts gegen diese Stereotypen unternehmen, werden wir nie zu Gleichstellung gelangen.

Der Vorschlag der Europäischen Kommission für Rechtsvorschriften zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Eltern und pflegende Angehörige würde hierzu gewiss einen Beitrag leisten. Damit würde der Anspruch für Väter auf bezahlten Vaterschaftsurlaub bei der Geburt eines Kindes eingeführt. Außerdem würde bezahlter Elternurlaub eingeführt. Schon heute können Eltern Elternzeit nehmen, bis das Kind 8 Jahre alt ist, dabei handelt es sich aber nicht unbedingt um bezahlten Elternurlaub. Vor allem aus diesem Grund machen so wenige Männer von dieser Möglichkeit Gebrauch. Die Kommission schlägt vor, dass der Elternurlaub bezahlt wird und bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres des Kindes in Anspruch genommen werden kann. Außerdem wird ein neuer Anspruch auf fünf Tage bezahlte Pflegefreistellung vorgeschlagen.

Diesen Mehrwert bietet Europa: Es werden gemeinsame Mindeststandards festgelegt. Es ist unser Europa – sozial, gerecht und demokratisch.

Am 8. März denke ich immer an das schöne Lied unserer Bewegung:

Brot und Rosen: Gebt uns das Brot, doch gebt die Rosen auch. In diesem Jahr fordern wir noch dazu: Gebt uns auch die Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

#IwantWorkLifeBalance

Mit solidarischen Grüßen

Gabriele Bischoff ist die Vorsitzende der Gruppe Arbeitnehmer des EWSA.