EWSA unterbreitet Vorschläge für Verwirklichung von Cybersicherheit

Die EU sollte das Mandat der ENISA als EU-Cybersicherheitsagentur stärken, einen europäischen Zertifizierungsrahmen festlegen und ihr Augenmerk auf die Kompetenzen und den Schutz der Internetnutzer richten.

Auf seiner Plenartagung im Februar verabschiedete der EWSA eine von Alberto Mazzola und Antonio Longo erarbeitete Stellungnahme, in der er den von der Europäischen Kommission vorgelegten Rechtsakt zur Cybersicherheit weitgehend unterstützt.

Laut einer Spezial-Eurobarometer-Umfrage zum Cybersicherheitsbewusstsein der Europäer sorgen sich 73 % der Internetnutzer um die Sicherheit online übertragener personenbezogener Daten bei der Nutzung von Websites, während 65 % befürchten, dass diese Daten von Behörden nicht sicher aufbewahrt werden. Die meisten Befragten haben die Sorge, Opfer der diversen Formen von Cyberkriminalität zu werden, vor allem von Malware (69 %), Identitätsdiebstahl (69 %) und Bankkarten- sowie Online-Banking-Betrug (66 %).

Im Hinblick auf den Ausbau des europäischen Cybersicherheitsrahmens schlägt der EWSA eine Reihe praktischer Maßnahmen vor.

  • Stärkung der ENISA als EU-Cybersicherheitsagentur

Der EWSA teilt die Auffassung der Kommission, dass die Agentur der Europäischen Union für Netz- und Informationssicherheit (ENISA) ein ständiges Mandat erhalten sollte. Er ist jedoch der Ansicht, dass die ENISA mehr finanzielle Ressourcen benötigt und ihre Tätigkeiten insbesondere auf elektronische Behördendienste und die digitale Identität für Personen und Organisationen ausrichten sollte.

  • Eine europäische Cybersicherheitszertifizierung

Der EWSA befürwortet die Schaffung eines EU-Cybersicherheitszertifizierungsrahmens, der den Erfordernissen der verschiedenen Sektoren gerecht wird. Zertifizierungssysteme dienen der Verbesserung der Sicherheit im Einklang mit dem aktuellen Bedarf und Bedrohungswissen und sollten auf international anerkannten europäischen Normen für Cybersicherheit und IKT gründen.

  • Der Faktor Mensch: Verbrauchererziehung und -schutz

Der EWSA ist der Ansicht, dass die Kommission in ihrem Vorschlag die Verbesserung der Cyberfähigkeiten der Bürger und Unternehmen deutlicher ins Visier nehmen sollte, und empfiehlt drei Aktionsbereiche auf der Grundlage von lebenslangem Lernen und Schulungsprogrammen, Sensibilisierungskampagnen und der Aufstellung EU-zertifizierter Lehrpläne für Sekundarschulen und die Ausbildung von Fachkräften. (mp)

Foto: Alberto Mazzola, EWSA-Berichterstatter, und Antonio Longo, EWSA-Mitberichterstatter für die Stellungnahme zum Rechtsakt zur Cybersicherheit.