Kreatives Europa 2021-2027: EWSA fordert zusätzliche Mittel und besondere Förderung im Rahmen von Horizont 2020

Die Kreativbranche in Europa verfügt über ein großes Potenzial, benötigt jedoch mehr Unterstützung, um sich voll und ganz zu entwickeln und zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber auf dem Weltmarkt zu werden. Auch andere Branchen, darunter die Textil-, Tourismus-, Automobil-, Bau- und Gesundheitsindustrie, würden von einer ehrgeizigen Kultur- und Kreativwirtschaft profitieren.

"Angesichts all dessen, worum es in der Branche geht – Erhalt unseres Kulturerbes, Propagierung unserer Werte, Neubelebung, Innovation, Unterhaltung sowie nachhaltiges Wachstum und nachhaltige Arbeitsplätze – sind die vorgeschlagenen Mittel in Höhe von 1,85 Mrd. EUR wesentlich zu niedrig", erklärt Emmanuelle Butaud-Stubbs, Berichterstatterin für die EWSA-Stellungnahme zum Vorschlag der Kommission für das Programm Kreatives Europa 2021 bis 2027.

„Die digitale Revolution bietet neue Möglichkeiten, vorausgesetzt, wir investieren Zeit in Bildung, Software und Ausrüstung“, ergänzt Ko-Berichterstatter Zbigniew Kotowski. Der EWSA fordert einen spezifischen Haushalt im Rahmen des Programms Horizont 2020, um das enorme Innovationspotenzial der Branchen der Kreativwirtschaft zu nutzen.

Weitere Vorschläge des EWSA umfassen:

  • eine klare EU-Strategie für die Kultur- und Kreativwirtschaft, sowohl im Hinblick auf die Binnenmarktpolitik als auch die auswärtige Politik, zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit;
  • eine unabhängige quantitative und qualitative Studie über die Auswirkungen der wichtigsten Fusionen im audiovisuellen Sektor der USA auf den europäischen Markt;    
  • zusätzliche Mittel in Höhe von 80 Mio. EUR für den sektorübergreifenden Aktionsbereich, um den Kontaktstellen für „Kreatives Europa“ dabei zu helfen, in ihrem eigenen Land für das Programm zu werben und sich für eine freie, vielfältige und pluralistische Medienlandschaft, für Qualitätsjournalismus und für die Entwicklung von Medienkompetenz einzusetzen. (sma)