EWSA fordert rechtliche Anerkennung gemeinnütziger Tätigkeiten in der EU

Spenden aus karitativen Quellen in Europa belaufen sich jedes Jahr auf fast 90 Milliarden EUR, doch im Gegensatz zu kommerziellen Unternehmen können gemeinnützige Organisationen oder private Spender die Vorteile des europäischen Binnenmarkts nicht in Anspruch nehmen – was es ihnen erschwert, ihre gemeinnützigen Tätigkeiten über Grenzen hinweg auszuweiten.

Dennoch gewinnen gemeinnützige Tätigkeiten in Europa zunehmend an Bedeutung und könnten genutzt werden, um für viele Bereiche, in denen es an öffentlicher Unterstützung fehlt, ergänzende Mittel zu beschaffen. Dies hat die Anhörung Gemeinnützigkeit in Europa: ein ungenutztes Potenzial des EWSA am 16. Januar gezeigt.

Bei der Anhörung kamen eine Reihe gemeinnütziger Organisation und Personen zusammen, deren Ansichten einen wertvollen Beitrag zu einer Stellungnahme zum Thema „Gemeinnützigkeit in Europa“ leisten werden, die vom EWSA auf Ersuchen des rumänischen Ratsvorsitzes erarbeitet wird.

„Wir werden einen rechtlichen Rahmen fordern, um die Entwicklung karikativer Aktivitäten zu unterstützen und gemeinnützigen Organisationen denselben Status zu verleihen, den kommerzielle Unternehmen bereits genießen“, erklärt Petru Dandea, Berichterstatter für die Stellungnahme.

In Europa existieren über 150 000 gemeinnützige Stiftungen, deren finanzielle Verpflichtungen sich auf 87 Milliarden EUR belaufen – mehr als die Haushaltseinnahmen von rund 15 Mitgliedstaaten.

Der EWSA wird sich außerdem dafür aussprechen, dass gemeinnützige Tätigkeiten transparent und klar definiert werden und dass die Gemeinnützigkeit keinesfalls die öffentlichen Sozialsysteme ersetzt oder Steuerhinterziehung erleichtert. (ll)