EWSA fordert finanzielle Absicherung, um Opfer von Computerbetrug zu entschädigen

Die Verbesserung der rechtlichen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zur Bekämpfung von Computerbetrug ist ein Schritt in die richtige Richtung, erklärte der EWSA in einer kürzlich verfassten Stellungnahme zur Bewertung des von der Kommission vorgelegten Vorschlags für eine Richtlinie zur Bekämpfung von Betrug und Fälschung im Zusammenhang mit unbaren Zahlungsmitteln. Der EWSA fordert allerdings mehr Garantien, um die Nutzer digitaler Zahlungsmittel zu schützen, sowie obligatorische Präventionsmaßnahmen, um sie vor den Vorgehensweisen von Cyberkriminellen zu warnen.

Der Berichterstatter für die Stellungnahme, Victor Alistar, begrüßt zwar den Kommissionsvorschlag, betont aber die Notwendigkeit, über die Ermittlungszusammenarbeit und die justizielle Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden der Mitgliedstaaten hinauszugehen.

Laut EWSA sollten die Mitgliedstaaten eine finanzielle Absicherung gegen Betrug vorsehen, um Opfer von Computerbetrug mit Zahlungskarten zu entschädigen. Diese finanzielle Absicherung sollte sich sowohl auf Personen als auch auf KMU erstrecken.

Damit der Computerbetrug wirksam bekämpft werden kann, sollten die Wirtschaftsakteure zudem rechtlich verpflichtet sein, Computerbetrugsfälle zu melden.

Computerbetrug mit elektronischen Zahlungsmitteln, die im Euro-Währungsgebiet ausgegeben werden, ist ein großes Problem. Laut einem EZB-Bericht lag er 2013 in der EU bei 1,4 Mrd. EUR. Seither steigt er weiter.

Einer der betrugsanfälligsten Bereiche ist die Zahlung von Reisekosten, d. h. von Zug- und Flugtickets, Unterbringung und sonstigen damit verbundenen Transaktionen. Auch Personen und Organisationen, die sich an terroristischen Aktivitäten beteiligen, sind in diese Art von Computerbetrug verwickelt bzw. profitieren davon.

Präventionsmaßnahmen sollten nach Ansicht des EWSA ebenfalls zur Bekämpfung von Computerkriminalität genutzt werden. Die Öffentlichkeit sollte vor den Vorgehensweisen der Cyberkriminellen bei der Fälschung von elektronischen Zahlungsmitteln gewarnt werden. Dazu sollten die Strafverfolgungsbehörden in den Mitgliedstaaten Sensibilisierungs- und Informationskampagnen durchführen, die die Ursachen und Gefahren von Computerbetrug deutlich machen und Möglichkeiten aufzeigen, wie man sich davor schützen kann. (dm)