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Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser,

als Sprachrohr der europäischen Zivilgesellschaft unterstützt und würdigt der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) die wertvolle Arbeit der vielfältigen zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in der EU, die sich Tag für Tag auf ihre jeweils ganz eigene Weise dafür einsetzen, die Europäische Union zu einem besseren Ort zu machen.

Ein Mal pro Jahr verleiht der EWSA einen Sonderpreis für herausragende Leistungen der europäischen Zivilgesellschaft in einem zuvor sorgfältig ausgewählten Bereich, der einen wichtigen Arbeitsschwerpunkt des Ausschusses abdeckt. Dieses Jahr wurde der Preis bereits zum elften Mal vergeben, und ich freue mich ganz besonders und bin stolz darauf, dass der EWSA beschlossen hat, ihn der Stärkung von Frauen und der Förderung der Geschlechtergleichstellung zu widmen.

Kurz notiert

Die feierliche Verleihung des Preises der Zivilgesellschaft 2019 – Video

Sehen Sie sich die Höhepunkte der Preisverleihung noch einmal an!

Broschüre „Preis der Zivilgesellschaft“

Der EWSA hat eine Broschüre zu allen fünf Preisträgern veröffentlicht, die auch Hintergrundinformationen über den Preis der Zivilgesellschaft enthält.

Der Preis der Zivilgesellschaft 2019 in den Medien

Aktuelles

Italienische Organisation „Toponomastica femminile“ gewinnt EWSA-Preis der Zivilgesellschaft zum Thema Gleichstellung

Am 12. Dezember zeichnete der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) fünf Organisationen der Zivilgesellschaft aus, die sich für die Chancengleichheit von Frauen und Männern einsetzen, das Bewusstsein für das Potenzial und die Leistungen der Frauen schärfen und zu ihrer Stärkung in Europas Gesellschaft und Wirtschaft beitragen. Das Preisgeld in Höhe von 50 000 EUR wurde auf fünf Preisträger aufgeteilt. Die italienische Organisation „Toponomastica femminile“ erhielt den mit 14 000 EUR dotierten ersten Preis. Jeweils 9 000 EUR gingen an die vier weiteren Preisträger: die polnische Frauenbewegung "Strajk Kobiet", den bulgarischen Verein NAIA mit seinem Märchenprojekt, den finnischen Software- und E-Business-Verband mit seinem Programm #mimmitkoodaa sowie das Projekt "The Brussels Binder" aus Belgien.

Die Preisträger im Wortlaut

Mehr als nur ein Name: wie Ortsbezeichnungen helfen können, die Geschlechterungleichheit abzubauen

Die italienische Organisation Toponomastica femminile, die den ersten Preis gewonnen hat, kämpft gegen die Geschlechterungleichheit, indem sie sich dafür einsetzt, Orte – darunter vor allem Straßen, Plätze und Parks in den Städten – nach herausragenden Frauen zu benennen. Maria Pia Ercolini meint, dass die symbolische Anerkennung der Beiträge von Frauen zur Gemeinschaft wesentlich dafür sein kann, diesen ihren rechtmäßigen Platz in der Gesellschaft zu garantieren.

Polnische Frauenbewegung „Strajk Kobiet“: Frauen in kleineren Städten für den Kampf für Frauenrechte gewinnen

Die polnische Organisation „Strajk Kobiet“, die mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde, ist eine Basisbewegung, die 2016 als Reaktion auf die Versuche der polnischen Regierung entstanden ist, das Recht von Frauen auf Abtreibung zu beschneiden. Die Bewegung ist seither weiter gewachsen und hat überall im Land Protestaktionen initiiert, an denen sich auch Frauen aus kleinen und mittelgroßen polnischen Städten massiv beteiligt haben. Marta Lempart von der Organisation „Strajk Kobiet“ erläutert im Folgenden, warum die Bewegung für das heutige Polen von so entscheidender Bedeutung ist.

 

NAIA: „Häusliche Gewalt ist ein gesellschaftliches und kein privates Problem“

Der bulgarische Verein NAIA, der den dritten Preis gewonnen hat, kämpft seit 20 Jahren mit seinem Programm zur sozialen Unterstützung von Opfern in einer schwierigen Lage gegen häusliche Gewalt in kleinen, unterprivilegierten Gemeinschaften. Zugleich legt er – wie Svetla Sivcheva in diesem Interview erläutert – den Schwerpunkt auf die Prävention und arbeitet mit kleinen Kindern zusammen, um herauszufinden, wie sich gesellschaftliche Stereotypen durchbrechen und überwinden lassen, damit diese Kinder ihren Horizont erweitern und sich frei entfalten können.

#mimmitkoodaa: Eindringen in eine Bastion der Geschlechtersegregation – die IT-Branche

Das Softwareverständnis von Frauen fördern – das hat sich der finnische Software- und E-Business-Verband (Ohjelmisto- ja e-business ry), vierter Preisträger, zum Ziel gesetzt. In praktischen Workshops lernen Frauen ohne Programmiererfahrung unentgeltlich, wie Programmierung funktioniert, damit sie in der IT-Industrie gut zurechtkommen können. Rasmus Roiha und Milja Köpsi haben uns die Idee von #mimmitkoodaa erläutert und erklärt, wozu die Organisation das Preisgeld verwenden will.

Brussels Binder: das Gesicht der Brüsseler Debatten verändern

In Brüssel finden jährlich zahlreiche Veranstaltungen statt. Zwei Drittel der Redner, die dort auftreten, sind Männer. Dabei könnten sich auch viele Frauen mit ihrem Fachwissen einbringen und den EU-Debatten mehr Vielfalt verleihen. Brussels Binder hat eine Strategie entwickelt, um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken. Dazu soll eine Plattform geschaffen werden, die als Schnittstelle zwischen Expertinnen und Veranstaltern bei der Suche nach Rednerinnen und Rednern dienen kann. EWSA info sprach mit Juliane Schmidt über die übergreifende Strategie für eine stärkere Präsenz von Frauen bei den Debatten in Brüssel.