Der Geschmack der Donau – Brot verbindet

Um die Menschen für die Idee eines geeinten und friedlichen Europas zu begeistern, müssen sie aktiv eingebunden werden, betont Eva Hrabal vom Projekt „Geschmack der Donau – Brot verbindet“, das mit dem EWSA-Preis der Zivilgesellschaft ausgezeichnet wurde.

EWSA info: Was bedeutet dieser Preis für Sie und Ihre Organisation?

Geschmack der Donau: Der Preis ist eine wichtige Anerkennung für die Anstrengungen, die wir unternommen haben, um Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher ethnischer und sozialer Herkunft aus allen Donauanrainerstaaten rund um das Thema „Brot“ zusammenzubringen und für unsere gemeinsamen kulturellen Wurzeln im Donauraum und in Europa zu sensibilisieren. Er ist eine wunderbare Würdigung und eine Ehre für die vielen Organisationen und Menschen, besonders aber für die freiwilligen Helfer, die an diesem Projekt beteiligt sind. Außerdem bildet er einen starken Ansporn, die europäische Zusammenarbeit weiter auszubauen und eine dem Thema Brot gewidmete Kulturstraße quer durch Europa zu schaffen. Er ermöglicht uns, die interkulturellen Beziehungen entlang der Donau zu stärken, noch mehr Menschen für unsere Arbeit zu gewinnen, die Idee im Donauraum und in ganz Europa zu verbreiten und so noch mehr Menschen zusammenzubringen.

Welchen Rat würden Sie anderen Organisationen geben, damit deren Arbeit und Programme ähnlich erfolgreich werden?

Wenn man die Menschen für die Idee eines geeinten und friedlichen Europas begeistern will, muss man sie aktiv einbinden, und man muss vor allen Dingen an seine Vision glauben. Es ist wichtig, Partner zu suchen, die diese Idee teilen, sowie Organisationen und Partner, die finanzielle Unterstützung gewähren. Außerdem kommt es darauf an, ein Konzept zu entwickeln, bei dem die Sprachbarrieren durch gemeinsame Aktivitäten überwunden werden können. Freiwillige sollten von Anfang an gleichberechtigt eingebunden werden. Darüber hinaus sollten die Chancen genutzt werden, die die digitalen Medien in den Bereichen Kommunikation und Zusammenarbeit bieten. Und es ist günstig, kleiner anzufangen, auf Erfolge schrittweise aufzubauen und so einen Schneeballeffekt zu erzielen.

Wie werden Sie das Preisgeld verwenden, um Ihre Zielgruppe weiter zu unterstützen?

Geplant sind sowohl strukturelle Finanzierung als auch Unterstützung für einzelne Veranstaltungen, um noch mehr Partner an der Kulturstraße zum Thema Brot zu beteiligen. Wir hoffen, dass die Auszeichnung uns bei der Suche nach neuen Sponsoren helfen wird – denn große Projekte brauchen eben auch viele Fördermittel.

Was ist Ihrer Meinung nach der beste Weg, um sicherzustellen, dass jedes Land sein kulturelles Erbe bewahren und darauf stolz sein, gleichzeitig aber auch die kulturelle Vielfalt, die Europa bietet, optimal nutzen kann?

Die Vielfalt der kulturellen Traditionen und der Sprachen muss in den Vordergrund gestellt und als Wert wahrgenommen werden, der eine Bereicherung für unsere gemeinsame Heimat Europa ist. Wir müssen den Menschen verdeutlichen, dass wir alle in unserem Alltag, in unserer Geschichte und unserer Kultur viel gemeinsam haben. Zudem müssen wir den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung in den Ländern West-, Ost und Südosteuropas durch gemeinsame Aktivitäten stärken, um Vorurteile abzubauen und für den Europagedanken zu sensibilisieren. Außerdem müssen die europäischen Werte mittels innovativer Methoden konkret erfahrbar gemacht werden. Schließlich sollten Finanzmittel für kleinere länderübergreifende Kulturprojekte bereitgestellt und Möglichkeiten geschaffen werden, um kleine, aber aktive zivilgesellschaftliche Organisationen zu vernetzen. Kurz gesagt – die Menschen müssen sich in Europa zu Hause fühlen!