EWSA-Preis der Zivilgesellschaft 2017: „discovering hands“ aus Deutschland erhält den ersten Preis

Discovering hands

Die weiteren Preise gehen an Initiativen aus Griechenland, Belgien, Italien und Spanien

Das deutsche Projekt „discovering hands“, das blinde und sehbehinderte Frauen mit ihrem überlegenen Tastsinn zu Medizinischen Tastuntersucherinnen (MTU) ausbildet, die im Rahmen der Brustkrebsfrüherkennung eingesetzt werden, erhält ein Preisgeld in Höhe von 14 000 Euro. Für die vier weiteren Initiativen aus Griechenland, Belgien, Italien und Spanien wird jeweils ein Preisgeld in Höhe von 9 000 Euro vergeben.

Die fünf ausgezeichneten Projekte zeigen, was NGO in ganz Europa leisten, um einigen der am stärksten gefährdeten und benachteiligten Bevölkerungsgruppen bei ihrer Arbeitsmarktintegration zu helfen. Jedes dieser Projekte ist ein Beleg für die wichtige Rolle, die Basisorganisationen bei der Gestaltung von stärker inklusiven Arbeitsmärkten sowie dabei spielen, Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe zu mobilisieren, eine Beschäftigung aufzunehmen oder sich selbstständig zu machen.

„Es ist mir eine große Freude und Ehre, den Preisträgern diesen Preis zu überreichen. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um sie zu beglückwünschen, aber auch, um alle Einzelpersonen und zivilgesellschaftlichen Organisationen gebührend zu würdigen, die mit ihrer harten Arbeit und ihrem Engagement für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen ein Vorbild für uns alle sind“, so EWSA-Präsident Georges Dassis.

REvive Greece unterstützt Flüchtlinge, Asylbewerber und Migranten durch Schulungsmaßnahmen in der Datenverarbeitung und die Vernetzung mit jungen europäischen Unternehmern bei der Integration im Aufnahmeland. DUO for a JOB aus Belgien ist ein generationenübergreifendes und interkulturelles Mentoring-Programm, bei dem jungen Migranten auf Arbeitssuche für sechs Monate unentgeltlich ein(e) über 50-jährige(r) Mentor(in) mit Berufserfahrung in einem ihrem Tätigkeitsfeld ähnlichen Bereich zur Seite gestellt wird. Das italienische Projekt Progetto Quid der Cooperativa Sociale Quid ist ein nach ethischen Grundsätzen arbeitendes Modelabel, das die Integration schutzbedürftiger und benachteiligter Bevölkerungsgruppen, wie Asylsuchende und Opfer von Sklaverei, Prostitution und häuslicher Gewalt, in den Arbeitsmarkt fördert. Über das spanische Projekt Laundry ID des Instituto de Robótica para la Dependencia (IRD) sollen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen in einer technisch umgestalteten und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Wäscherei geschaffen werden.

Die fünf Preisträger wurden aus über 100 Projekten ausgewählt. Die hohe Zahl der Bewerbungen um den Preis der Zivilgesellschaft 2017 zeigt, dass die Arbeitslosigkeit nach wie vor ein echtes Problem in Europa ist: Jeder Zehnte ist arbeitslos und jeder Vierte armutsgefährdet oder von sozialer Ausgrenzung bedroht. (sg)